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Dinslaken
Historische Pfähle beim Müll gelandet

Dinslaken: Historische Pfähle beim Müll gelandet
Zwischen Rohren und Schrott liegt ein alter Eichenpfahl (dunkel im Hintergrund). FOTO: privat
Dinslaken. Zahlreichen Eichenpfählen und niederländischer Wasseringenieurskunst ist es zu verdanken, dass Dinslaken ist, was es ist. Denn vor mehr als 470 Jahren konnten die Dinslakener Häuser auf eben jene Holzstützen gebaut werden, aus den Tümpeln (Laken) bei Hiesfeld, wurde eine Stadt.

Was so etwas wie das Fundament, also die Basis der Stadt ist, gammelt derzeit mitten in der Altstadt zwischen Abflussrohren, Metallschrott und Bauschutt vor sich hin. Denn offensichtlich nicht jeder war sich der Bedeutung von 17 Eichenpfählen bewusst, die bei den Neubau-Arbeiten auf dem ehemaligen Hackfort-Gelände gefunden wurden. Dabei war im vergangenen Monat eine Archäologie-Firma angerückt, dokumentierte die Funde auf dem rund 1800 Quadratmeter großen Areal. Gefunden wurden etwa alte Scherben, insgesamt sieben, mittlerweile wieder geschlossene, alte Brunnen und eben die Eichenstämme.

Weil sich niemand rechtzeitig dafür stark machte, sollen einige Pfähle bereits entsorgt worden sein, der Rest befindet sich auf der Baustelle. Dass diese nun achtlos mit anderem Bauschutt offensichtlich zur Abholung bereit liegen, rief jetzt den Heimatverein Dinslaken und den übergeordneten Verein für Heimatpflege Land Dinslaken auf den Plan. Die Vorsitzenden beider Vereine, Ronny Schneider und Dr. Thomas Becker, wenden sich in einem Brief an Bürgermeister Dr. Michael Heidinger. "Wir sehen in den Eichenpfählen Grundpfeiler Dinslakens. Sie geben Zeugnis von der Geschichte unserer Stadt und sollten unbedingt erhalten bleiben", schreiben Schneider und Becker. Und weiter: "Wenn wir sehen, wie diese Pfähle achtlos mit Bauschutt vermischt gedankenlos zum möglichen Abtransport zusammengeschoben sind, ist große Eile geboten." Deshalb habe man kurzfristig mit der Lebenshilfe Kontakt aufgenommen, die sich bereit erklärt habe, die Pfähle umgehend zu retten und vorübergehend zu lagern. Die Heimatvereine sind der Auffassung, dass die Pfähle nach Sanierung und Konservierung an prägenden Stellen der Stadt der Öffentlichkeit gezeigt werden sollten. Denkbar wäre etwa, sie in der neuen Tiefgarage an der Brückstraße zu integrieren oder in der Außenanlage des Museums Voswinckelshof.

Auf dem Gelände inmitten der Dinslakener Altstadt, auf dem die Funde gemacht wurden, baut die Firma Tecklenburg fünf Gebäude mit insgesamt 23 Wohnungen, die zwischen 60 und 155 Quadratmeter groß sein werden, inklusive Tiefgarage. Der Gebäudekomplex soll sich durch seine Fassadengestaltung in den Altstadtcharakter einfügen. Laut Planungen sollen die Gebäude in der Altstadt im dritten oder vierten Quartal 2016 fertiggestellt sein.

(kub)
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