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Dinslaken
Integration: Vernetzung ist das Wichtigste

Dinslaken. Dinslakens Sozialdezernentin Christa Jahnke-Horstmann ist für morgen in den Ausschuss für Kommunalpolitik des nordrhein-westfälischen Landtags eingeladen und wird dort das Thema Integration aus kommunaler Sicht darstellen. Von Jörg Werner

Das Land will einen Intergrationsplan für Nordrhein-Westfalen aufstellen. Dazu braucht es das Wissen und die Erfahrung von Experten, die auf den verschiedensten Feldern tagtäglich mit dem Thema zu tun haben. Die kommen morgen im Ausschuss für Kommunalpolitik des Landtags zusammen. Eine von ihnen ist Christa Jahnke-Horstmann. Dinslakens Erste Beigeordnete, zuständig unter anderem für Soziales, Schule, Jugend, fährt, wie sie gestern im Gespräch mit der Rheinischen Post sagte, mit der Erwartung nach Düsseldorf, die Erfahrungen einbringen zu können, "die wir in unserer Kommune gemacht haben".

Sehr wichtig ist ihr dabei, darzustellen, welche Probleme eine Stadt wie Dinslaken zu bewältigen hat, wenn es darum geht, Flüchtlinge mit einer gesicherten Bleibeperspektive dezentral unterzubringen. Diese dezentrale Verteilung im Stadtgebiet gehöre zu den wichtigsten Voraussetzungen, damit die Integration dieser Menschen gelinge, stoße aber in Dinslaken wegen der angespannten Wohnraumsituation an Grenzen.

Der Bundesgesetzgeber habe mit der Änderung des Baugesetzbuches zwar die Möglichkeit geschaffen, Wohnungen im Außenbereich zu bauen, aber dabei nicht bedacht, dass eine soziale Durchmischung in solchen Wohngebieten notwendig sei. "Das sehen wir sehr kritisch", sagte Christa Jahnke-Horstmann. Wenn solche Wohnungen nur Flüchtlingen zur Verfügung stehen sollten, dann löse das in der Nachbarschaft, wie jetzt bei der Diskussion im Averbruch zu beobachten ist, Sorgen aus. Das Land sei zwar in diesem Fall nicht der Ansprechpartner, dennoch will die Dezernentin das Problem ansprechen, das sicher auch noch andere Kommunen betreffe und hofft auf einen entsprechenden Impuls in Richtung Berlin. Bislang habe die Stadt alle Hände voll zu tun gehabt, dafür zu sorgen, die Flüchtlinge anständig unterzubringen. "Das ist in Dinslaken gut gelungen - mit der Hilfe des Caritasverbandes und eines Rates, der bereit war, sehr weitreichende Beschlüsse zu fassen", sagte Christa Jahnke-Horstmann. Da zurzeit weniger Flüchtlinge zugewiesen würden, sei mehr Luft dafür, sich damit zu beschäftigen, wie die Menschen integriert werden könnten. Dieser Aufgabe widme sich die Stadt gemeinsam mit der Caritas, aber auch vielen anderen Akteuren intensiv. Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Integration sei, dass die Neuankömmlinge in entsprechenden Kursen die deutsche Sprache erlernten und die hiesigen Wertvorstellungen und gesellschaftlichen Verhaltensweisen kennen lernten. Kinder müssten in Kindertagesstätten und in den Schulen untergebracht, die Erwachsenen in den Arbeitsmarkt integriert werden.

In Dinslaken gebe es ein vielfältiges Angebot an Hilfen und Beratungsangeboten vom Caritasverband und vielen anderen. Das A und O sei, die Dinge zu so vernetzen und aufeinander abzustimmen, dass die "einzelnen Rädchen wie bei einem Uhrwerk ineinandergreifen." Man muss zumindest grob wissen, was der andere tut, damit die Flüchtlinge optimal unterstützt werden könnten. Auch dies gehört zu den Erkenntnissen die die Beigeordnete im Ausschuss vortragen will.

Quelle: RP
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