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Dinslaken
Mit Fotos ein Stück Alltag erzählen

Dinslaken: Mit Fotos ein Stück Alltag erzählen
FOTO: Lars Fröhlich
Dinslaken. Fotografieren ist seine Leidenschaft: Stefan Weber zeigt im Vinzenz-Hospital eine Auswahl seiner Arbeiten. Von Birgit Gargitter

Rote Schuhe auf Asphalt - symbolisieren sie Hoffnung oder Einsamkeit? Haben sie ausgedient oder führen sie zurück ins Leben? Fotokünstler Stefan Weber überlässt dem Betrachter die Interpretation. Für ihn selbst könnten sie jedoch so ein Stück neuen Lebensweg bedeuten. Denn Weber ist eigentlich gelernter IT-System-Kaufmann, verlor aber seinen Job, ist arbeitslos. "Da hilft mir meine Fotografie etwas", erzählt er. Aufgeben gibt es für ihn nicht, "vielleicht kann ich eines Tages mit der Fotografie meinen Lebensunterhalt bestreiten", sagt er hoffnungsvoll. Mit seiner in diesem Monat laufenden Ausstellung vor der Cafeteria im Vinzenz-Hospital kommt er diesem Wunsch vielleicht ein Stück näher.

Fotografieren sei seine Leidenschaft, damit drücke er aus, was ihn bewegt. "Die meisten Fotos allerdings entstehen aus dem Sehen heraus", erklärt Weber. "Ich gehe spazieren, und plötzlich habe ich die Bilder vor meinen Augen." Kein Wunder also, dass seine Bilder in der Regel Geschichten aus der Region widerspiegeln. Da erzählen seine Bilder vom Sterben der Zeche Lohberg und ihrer Wiedergeburt in neuer Form, vom Landschaftspark Duisburg, der alten Industriebrache, die zu neuem Leben erwachte und vieles mehr.

Sein Handwerkszeug, eine Nikon D 600, gebraucht gekauft - "ich muss nicht immer die neueste und angepriesenste Technik haben, dazu fehlt mir einerseits das Geld, andererseits macht das Bild noch immer der Fotograf hinter der Kamera", so Weber. "Fotografieren kann jeder mit der modernen Technik, doch wirklich künstlerische Bilder mit der Kamera zu schaffen, dazu gehört mehr." Als Fotograf müsse man sich irgendwann entscheiden, ob die Urlaubsfotos reichen oder ob man weitergehen will. "Meine Bilder müssen dabei nicht einmal perfekt sein, denn Perfektionismus liegt mir nicht. Sie müssen einfach nur in meinen Augen stimmen."

Auf Facebook stellt er sie aus, stellt sich der Kritik anderer, das sei für ihn wichtig. Seine zweite Ausstellung sei dies hier, die erste fand in der Hünxer Sparkasse statt. Seine Nachbarin Katrin Berner, eine Mitarbeiterin im Vinzenz, habe ihm diese Ausstellung ermöglicht und "ich bin richtig glücklich darüber". Denn die Menschen auf dem Weg in die Cafeteria, die Ärzte, das Pflegepersonal, Patienten und deren Angehörige, blieben stehen, schauten sich seine Bilder interessiert an.

Und vielleicht, so hofft Weber, kaufen sie ihm einige Fotos ab oder fragen an, denn "natürlich fotografiere ich auch auf Zuruf, mache Porträtaufnahmen, Tauf- und Hochzeitsbilder, halte die wichtigen Momente ihres Lebens fest". Bis dahin wird er sich weiterhin nachts anziehen, den Hund einladen und auf Pirsch gehen. Wird in seine Geburtsstadt Marxloh fahren und das Leben dort einfangen, durch Wälder spazieren und fotografieren, was ihm vor die Linse kommt.

Quelle: RP
 
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