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Dinslaken
Verbeugung vor Kurt Tucholsky

Dinslaken. "Musik und Lyrik" widmet sich dem 125. Geburtstag des Schriftstellers Von Bettina Schack

"Die Satire muss übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird, und sie kann gar nicht anders arbeiten als nach dem Bibelwort: Es leiden die Gerechten mit den Ungerechten": Das sind Worte von der Kanzel von einem, dessen scharfzüngige Texte man am Sonntag, 22. November, um 17 Uhr in der Herz-Jesu-Kirche in Oberlohberg vernehmen wird.

Schon traditionell lädt deren Förderverein zusammen mit der Burghofbühne Dinslaken zu "Lyrik und Musik im November". Und dieses Jahr dreht sich alles um Kurt Tucholsky, der 125 Jahre nach seiner Geburt aktueller denn je zu sein scheint.

Dass Kurt Tucholsky Anfang des Jahres in aller Munde war, war allerdings leider erschreckend. "Was darf die Satire?", fragte Tucholsky 1919 unter dem Pseudonym Ignaz Wrobel und beantwortete die Frage selbst: "Alles". "Dieses Zitat wurde nach 'Charlie Hebdo' oft genannt. So kam mir die Idee für das Thema von 'Musik und Lyrik'", sagt Käthi Klein, Vorsitzende des Fördervereins. "Und dann kam ja noch der 125. Geburtstag hinzu".

Lesen werden die drei Ensemblemitglieder der Burghofbühne Lara Christine Schmidt, Benedikt Thönes und Christoph Bahr. Und da alle drei bekanntlich auch gute Singstimmen haben, war es Kathi Klein auch sofort klar, dass sie in diesem Jahr nicht nach einem separaten musikalischen Programm Ausschau halten musste. Stattdessen bestellte sie sich zwei Bände mit Tucholsky-Vertonungen von Hanns Eisler (1898 - 1962). Eisler ist besonders für seine Zusammenarbeit mit Bertold Brecht bekannt, vertonte aber auch Tucholsky-Texte wie "Wenn die Igel in der Abendstunde", "Die freie Wirtschaft" oder dessen Volkslied-Paraphrase von "Guter Mond du gehst so stille". Begleiten wied die singenden Schauspieler Gabriele Kortas-Zens am Klavier. Die Einführung hält Laura Beerwerth. "Der Satiriker ist ein gekränkter Idealist, er will die Welt gut haben, sie ist schlecht". Dass es in ihr doch ein paar Lichtblicke gibt, erleben die Zuschauer sicherlich am 22. November.

Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

Quelle: RP
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