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Dinslaken
Verein sorgt sich um Wesel-Esel

Dinslaken: Verein sorgt sich um Wesel-Esel
Wesel-Esel Vesalius: Wird er auf dem Campingplatz artgerecht gehalten? FOTO: sep
Wesel. Der neue Verein Eselfreunde Niederrhein wirft der Stadt Wesel vor, den offiziellen Wesel-Esel nicht artgerecht zu halten. Der offizielle Wesel-Esel lebt auf einem Campingplatz in Flüren. "Ein Esel ist ein Herdentier", sagt Diethelm Adlunger. Von Sebastian Peters

Das Schicksal des vergessenen Wesel-Esels hat beim neuen Verein Eselfreunde Niederrhein für Reaktionen gesorgt. Das Tier namens Vesalius, vor Jahren offiziell der Stadt Wesel überlassen, steht seit einigen Jahren auf dem Campingplatz der Familie Seibt in Flüren in einem Stall zusammen mit einem Pony. Der neu gegründete Verein Eselfreunde Niederrhein hält die Haltung dort aber nicht für artgerecht. Zwar steht Vesalius mit einem Pony zusammen, auch zwei Alpakas und Schweine befinden sich mit im Stall. Dennoch sagt der Schermbecker Diethelm Adlunger, Mitglied der Eselfreunde Niederrhein: "Ein Esel muss, wenn er artgerecht gehalten werden will, mit anderen Eseln zusammenstehen. Er ist ein Herdentier." Der Verein werde jetzt auf die Familie Seibt zugehen und im Gespräch nach Lösungen suchen.

Campingplatzbetreiber Frank Seibt zeigt sich überrascht von diesem Vorstoß. " Dem geht es doch gut hier, er kann mit den Pferden raus, wenn er mag. Das Veterinäramt kommt dreimal im Jahr." Er hielte es für falsch, wenn der Esel plötzlich aus seiner Umgebung herausgerissen wird, nur um auf einer anderen Weide mit anderen Eseln zusammenzustehen. Im Unterschied zu vielen anderen kleinen Eseln am Niederrhein sei sein Tier ein katalanischer Großesel, und damit etwas ganz besonders. Der Stadt Wesel war das Tier vor elf Jahren geschenkt worden, sie quartierte es bei Seibt ein. Schirmherrin ist die Bürgermeisterin Ulrike Westkamp (SPD).

Im Verein Eselfreunde Niederrhein haben sich Anfang März Halter aus dem Kreis Wesel, aus Hamminkeln, Hünxe und Wesel zusammengeschlossen, die ein Faible für den Esel haben. Einige von ihnen sind Eselhalter - "und die haben dann auch wirllich mehr als nur ein Tier", sagt Diethelm Adlunger. Andere Mitglieder wiederum hätten keine Esel, würden sich aber dafür einsetzen, dass der Esel und Wesel eine noch engere Verbindung eingehen. Adlunger glaubt, dass in Wesel noch deutlich mehr für den Esel getan werden könne. Die "Plastikesel", die in Wesel in der Fußgängerzone und vor vielen Häusern stehen, seien nur ein Anfang. "Wir finden, dass es hier auch mehr echte Esel geben muss." Adlunger kann sich etwa vorstellen, rund um den Auesee einen Esel-Trail anzubieten. Der Verein würde dort Wanderungen mit dem Esel anbieten. Auch dass echte Esel in der Fußgängerzone gezeigt werden, würde er begrüßen. "Vor Jahren hatten wir schon mal Esel in der Fußgängerzone, aber bei der Stadtverwaltung sah man es nicht gern, als der Eselkot in der Fußgängerzone landete.

Fernziel seines Vereins sei die Einrichtung eines Esel-Museums für Wesel. Mitglieder hätten schon viele Esel-Devotionalien, Bilder, Figuren, Bücher. "Ein Museum wäre aus meiner Sicht der beste Werbeträger." Mit dem Weseler Stadtmarketing seien bereits erste Gespräche geführt worden. In einem ersten Schritt sollen im Herbst Esel-Exponate in der Weseler Bücherei gezeigt werden.

Einzelne Mitglieder des Vereins haben schon Aktivitäten unternommen, um für den Esel zu werben. Bei der 775-Jahr-Feier gab es ein kleines Esel-Fest, es gibt regelmäßig Esel-Sprechstunden mit Erfahrungsaustausch, Esel-Training, Esel-Wanderungen und Kutschen-Fahrten.

Diethelm Adlunger ist ein Esel-Freund, auch wenn er selbst kein Tier besitzt. "Der Esel wurde schon in der Bibel erwähnt, er stand an der Krippe. Esel waren von je her das Arbeitstier der armen Leute. Sie sind viel genügsamer als ein Pferd. Im Unterschied zu denen zeige der Esel aber auch seltener seine Schmerzen, berichten die Eselfreunde. "Der Esel leidet still und manchmal sehr lange", heißt es beim Verein. Feuchte deutsche Böden seien nichts für die Eselhufe, bei fehlendem Licht und Wärme würde er leiden. "Auch besitzt der Esel kein Hautfett und wird schnell bis auf die Haut nass." Deshalb sei die Haltung nicht einfach.

Gegen ein Klischee will Diethelm Adlunger vom Verein besonders amkämpfen. "Auch, wenn dem Esel immer wieder nachgesagt wird, störrisch zu sein. Das stimmt so nicht." Esel seien Tiere mit einem starken Charakter, aber sie würden gehorchen, wenn man Kommandos gibt.

Quelle: RP
 
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