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Flüchtlinge in Düsseldorf
370 Unterschriften gegen große Asylunterkunft

Flüchtlinge in Düsseldorf: 370 Unterschriften gegen große Asylunterkunft
Astrid Köhler (re.) und Kirsten Lyko (Mitte) übergeben die gesammelten Unterschriften an die Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch. FOTO: Günter von Ameln
Düsseldorf. Bei der ersten Bürgersprechstunde in der Himmelgeister Grundschule wurde deutlilch, dass die Düsseldorfer keine zu großen Sammelunterkünfte in ihrer Nachbarschaft wollen. Die Flüchtlingsbeauftragte versuchte, zu beschwichtigen. 

Böse Zungen würden behaupten, dass die Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch mit ihrem Team gestern sehenden Auges ins Chaos geraten ist. Kurzfristig hatte sie für den Mittwochnachmittag ein neues Format der Information angekündigt: Eine Bürgersprechstunde mit der Möglichkeit von Einzel- oder Gruppengesprächen.

Doch fast 100 Interessierte, die an der Himmelgeister Grundschule warteten, um etwas über die Unterkunft an der Ickerswarder Straße zu erfahren, sprengten den Rahmen der Veranstaltung. Bevor es mit Verspätung - was einigen Bürgern sauer aufstieß - in die Gruppengespräche ging, nahm Koch vor der Schule rund 370 Unterschriften aus den Händen von Astrid Köhler entgegen. Die hatte mit mehreren Mitstreitern in den vergangenen Wochen Unterstützer ihrer Forderung nach einer Verkleinerung der Flüchtlingsunterkunft von 500 auf maximal 250 Plätze gesammelt.

Koch wies auf den Info-Abend am 21. April, 19 Uhr, in der Aula der Theodor-Heuss-Schule hin. Anmerkungen von Anwohnern, dass zu diesem Termin die Größe der Unterkunft doch schon festgezurrt sei, widersprach Koch: Es gehe jetzt erst in die Fein-Planung. Es könne gut sein, dass die Zahl der unterzubringenden Menschen nach unten geschraubt werde; allerdings gehe sie nicht davon aus, dass sie halbiert werde.

In Düsseldorf laufe es gut in den Unterkünften

Die Kritik, dass die Stadt dort ein Ghetto entstehen lasse, wies Koch ebenfalls zurück: In Düsseldorf laufe es in den Unterkünften gut. Sie riet den Anwohnern, sich bei Ehrenamtlern der Anlage an der Schimmelpfennigstraße zu erkundigen: "Da läuft alles reibungslos." Sätze, die Wilhelm Schäfer und seine Frau Kirsten Lyko, die an der Fritz-Strassmann-Straße leben, nicht beruhigen: "Ich empfinde 200 Flüchtlinge in meiner Nachbarschaft als ausreichend."

Eine weitere Frage war die nach dem Platz an der Himmelgeister Grundschul-Dependance. Eine Mutter, deren Kind 2017 eingeschult wird, sagte nach dem Gespräch: "Frau Koch hat mich beruhigt, dass die Flüchtlingskinder dort eingeschult würden, wo Platz sei. Aber was soll sie jetzt auch erstmal anderes sagen."

(rö)
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