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Düsseldorf
Bibelgeschichten anders erleben

Düsseldorf: Bibelgeschichten anders erleben
Die Kinder Qusai, Greta, Eric (von links) und Matthias und Braa (vorne von links) malen zur biblischen Geschichte "David gegen Goliath". FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Das Sommerferienprogramm der Tersteegenkirchengemeinde bringt Kindern religiöse Themen spielerisch nahe. Von Marvin Wittiber

Die Schlacht "David gegen Goliath", Klein gegen Groß - eigentlich ist ja klar, wer diesen Kampf gewinnen wird. "Gegen diesen Riesen hat doch der kleine David keine Chance", hallt es durch den Raum des Gemeindehauses. Der siebenjährige Philipp spricht das aus, was alle denken. Doch nur ein Dia-Bild weiter sieht die Welt für den kleinen David aus der Bibel schon wieder ganz anders aus. Mit einer winzigen Steinschleuder trifft er den Kopf des Riesen Goliath und besiegt ihn. Die Kinder staunen.

Tags zuvor haben sie sich selber auf diese große Schlacht vorbereitet: Mit Armbrustschießen und Wurftraining wurden ihre eigenen Fähigkeiten spielerisch geschult. Die Schlacht konnte beginnen.

Dass es aber auch friedlich beim Sommerferienprogramm zugehen kann, zeigt die Teilnahme der Gemeinde an der Aktion "Kinder haben Rechte" der Stadt Düsseldorf. Die Stadt hat alle Organisationen der Kinder- und Jugendarbeit dazu aufgerufen, sich am 13. September, dem Weltkindertag, einzubringen. Zum 50-jährigen Jubiläum der Kinderrechte in Düsseldorf sollen Jungen und Mädchen auf Stofffähnchen schreiben oder malen, was für sie das wichtigste Kinderrecht ist. Die Ergebnisse werden dann am Weltkindertag am Rhein entlang - vom Burgplatz bis zum Landtag - auf einer Schnur aufgehängt. Auch die Kinder der Tersteegenkirchengemeinde beteiligen sich an der Aktion. Die Ergebnisse sind nicht nur sehr kreativ ("Kinder haben das Recht, auch mal allein sein zu dürfen"), sondern manchmal auch sehr ernst: "Kinder haben das Recht, im Frieden zu leben."

Offen und hilfsbereit zeigt sich dabei auch die Gemeinde: Flüchtlingskinder der angrenzenden Unterkunft im ehemaligen Tersteegenhaus werden zum Ferienprogramm eingeladen. Eine finanzielle Ermäßigung für die Anmeldung wird den Familien gewährt. Die Gemeinde hat einen durch Spenden erwirkten Flüchtlingsetat, aus dem der Großteil des Beitrags finanziert wird. Angenommen wird dieses Angebot bereits: zwei Flüchtlingskinder nehmen aktuell am Programm teil, in der dritten Woche kommen weitere sieben Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren hinzu.

In dieser Woche sind es 14 Kinder, die von dem vierköpfigen Team um Hauptamtler Volker Busch betreut werden. Dabei dreht es sich nicht ausschließlich nur um eine ausgewählte biblische Geschichte - in dieser Woche "David gegen Goliath", vergangene Woche "Mose" -, sondern auch um Spiel und Spaß in der Ferienzeit. Vom traditionellen Spielplatzbesuch über das Singen und Malen bietet jeder Tag Abwechslung und Bewegung. Abgerundet wird jede Woche mit einem großen Tagesausflug, der den Kindern die Möglichkeit gibt, sich mal richtig auszutoben.

Das biblische Thema der kommenden und letzten Ferienprogrammwoche steht noch nicht endgültig fest. "Wahrscheinlich wird es die Geschichte um den barmherzigen Samariter aus dem Neuen Testament sein. Die ist vor allem menschlich eine Bereicherung für Kinder. Heutzutage ist es wichtig zu helfen und nicht wegzuschauen. Das müssen wir vermitteln", erklärt Volker Busch.

Das Zwischenfazit der Kinder fällt positiv aus. "Ich finde es einfach toll hier", freut sich die kleine Greta.

Quelle: RP
 
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