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Düsseldorf
Chef der Staatsanwaltschaft geht

Düsseldorf. Nach knapp drei Jahren verlässt Thomas Harden die Behörde in Richtung Köln.

Er war nach unruhigen Zeiten zum Leitenden Oberstaatsanwalt nach Düsseldorf berufen worden - jetzt hat das Justizministerium einen Beschluss des Landeskabinetts umgesetzt und Thomas Harden zum Generalstaatsanwalt in Köln berufen. Dort soll er im Januar der dann pensionierten Amtsinhaberin nachfolgen.

1990 hatte der heute 55-Jährige seine Karriere als Staatsanwalt in Düsseldorf begonnen. Er wurde neun Jahre später zum Oberstaatsanwalt befördert und 2002 ins Ministerium versetzt, wo er als Ministerialrat in der Strafrechtsabteilung war. Im März 2014 übernahm er die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft von Petra Berger-Zehnpfund. Harden steht im Ruf äußerster Genauigkeit, dass er jeder Akte per Dienstanweisung einen "Bundeszentralregisterauszug in noch anzulegender Hülle" voranheften ließ, ist eine Anekdote aus den ersten Dienstjahren, die als typisch für ihn gilt.

Dass Harden wenige Monate nach Polizeipräsident Norbert Wesseler und kurz vor Amtsgerichtspräsidentin Angela Glatz-Büscher ins Amt kam, werteten die "Neuen" als Signal, im Kampf gegen vor allem die Straßenkriminalität neue Wege zu gehen. Auf ihre Initiative geht etwa die Einführung des beschleunigten Verfahrens und der Möglichkeit, eine einwöchige Haft bis zum Prozess anzuordnen, zurück. Dass die Staatsanwaltschaft dafür eigens einen Dezernenten abstellte, sei der Polizei "sehr entgegengekommen", sagte Norbert Wesseler gestern. Nicht nur wegen Hardens Bereitschaft, auf polizeiliche Belange einzugehen, bedaure er dessen Abschied. Der ist nicht der einzige im Netzwerk gegen Kriminalität. Weil auch Rechts- und Ordnungsdezernent Stephan Keller das Rathaus verlässt, muss sich die Düsseldorfer Sicherheitskonferenz demnächst auf gleich zwei neue Mitglieder einstellen.

(sg)
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