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Düsseldorf
Der Friedhof der Fahrräder

Düsseldorf. Vergessene Räder blockieren monatelang Abstellplätze. Einige werden versteigert, der Großteil jedoch verschrottet. Von Oliver Burwig

Jeder Fahrradpendler kennt das Problem: Da gibt es dieses eine Rad, das schon seit Monaten an einem öffentlichen Fahrradständern angeschlossen ist. Niemand nimmt es mit, der Zustand verschlechtert sich mit jeder weiteren Woche. Rund 1000 solcher "Schrotträder" muss das Ordnungsamt jährlich entsorgen lassen. Dabei ist es nicht immer leicht, zu sagen, welches Rad noch einen Besitzer hat und welches seine ewige Ruhe an einem öffentlichen Stellplatz fristet.

"Bei Autos ist die Regelung einfach: Wenn ein Fahrzeug keine Zulassung mehr hat, wird es nicht mehr genutzt", sagt Sebastian Veelken vom Ordnungsamt. Bei abgestellten Fahrrädern müssen sich seine Mitarbeiter auf das Augenmaß verlassen. "Man erkennt schon, seit wann die Räder stehen." Platte Reifen, Laub unter den Rädern seien Indizien dafür, dass ein Fahrrad "keine reguläre Nutzung" mehr erfahre. "Wenn wir erkennen, dass das Fahrrad noch mit viel Liebe wieder betriebstauglich machen kann, dann kennzeichnen wir es."

In solchen Fällen bekommt es eine orange Banderole mit einem Hinweis an den Besitzer, das Rad wegzuräumen. Kommt dieser der Forderung innerhalb von 30 Tagen nicht nach, holt das Ordnungsamt es auf einer der monatlichen Sammeltouren ab. Selbst dann habe der Besitzer noch einige Wochen die Möglichkeit es abzuholen. "Es kommt vor, dass sich noch jemand meldet, das ist aber sehr selten", sagt Veelken. Ein externes Unternehmen verschrottet die Räder, die nicht mehr für die Versteigerungen des Fundbüros geeignet sind.

Wer in Düsseldorf regelmäßig einer "Fahrradleiche" begegnet, kann diese unter schrottrad@duesseldorf.de melden. Es sind jedoch nicht alle Fahrräder mit einem "Plattfuß" gleich Schrott: Gerade in der Altstadt komme es laut Veelken immer wieder vor, dass neue Räder Vandalismus zum Opfer fallen. Die Besitzer entscheiden sich dann oftmals, den Schaden später zu beheben, und lassen die Räder stehen. Wie lange ein Fahrrad an einem Fahrradständer angeschlossen sein darf, ist nicht gesetzlich geregelt.

Quelle: RP
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