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Düsseldorf
Die Stammesmutter

Düsseldorf: Die Stammesmutter
Cornelia Seger, Leiterin der Pfadfinder der Pfarre St. Bruno, singt mit dem neunjährigen Jacob, Anna (zehn Jahre), Gruppenleiterin Tamara Joel (17) und der siebenjährigen Emma (v.l.) FOTO: rp-foto. anne orthen
Düsseldorf. Cornelia Seger hat mit ihrem Bruder Stefan den Pfadfinderstamm St. Bruno in Unterrath mitgegründet. "Verlasse die Welt etwas besser, als du sie vorgefunden hast", das will sie den Kindern und Jugendlichen vermitteln. Von Julia Brabeck

Cornelia Seger zählt zu den mehr als 260.000 Pfadfindern in Deutschland. Schon seit 27 Jahren gehört sie der Gemeinschaft an und war zusammen mit ihrem Bruder Stefan Gründungsmitglied des Stammes St. Bruno in Unterrath. "Inzwischen haben wir aber sehr viel guten Nachwuchs, so dass ich mich nun mit einem guten Gefühl zurückziehen, das Feld Jüngeren überlassen kann", sagt die 37-Jährige.

Den Pfadfindern wird sie aber weiterhin verbunden bleiben, zumal sie dort viele Freunde gefunden hat. "Das Gemeinschaftsgefühl ist schon besonders. Ich habe dort so lange mitgearbeitet, weil ich anderen auch die Möglichkeit bieten wollte, die vielen schönen Dinge, die ich bei den Pfadfindern erlebt habe, auch erfahren zu können." Dazu gehören die vielen Gruppenstunden und Fahrten, aber auch der gemeinsame Einsatz für andere Menschen. So beteiligen sich die Brunopfadis beispielsweise an den Pfarrfesten. "Das Motto 'Jeden Tag eine gute Tat' ist aber ein Klischee. Wir schleifen keine alten Damen gegen ihren Willen über die Straße, sondern versuchen den Kindern und Jugendlichen Werte zu vermitteln, sie dazu zu bringen, auf die Umwelt und ihre Mitmenschen zu achten."

Passender findet Seger deshalb das Zitat vom Gründer der Pfadfinderbewegung Robert Baden-Powell "Verlasse die Welt etwas besser, als du sie vorgefunden hast". "Wir wollen Kinder befähigen, Dinge anzupacken und zu entscheiden. Deshalb spielt bei uns die Partizipation eine große Rolle", sagt Seger. In vier verschiedenen Altersstufen, zwischen sieben und 21 Jahren, wird die Kinder- und Jugendarbeit durchgeführt, so dass immer altersgerechte Angebote gemacht werden können. "Wir sind ein katholischer Verband und Teil der Gemeinde St. Bruno und vermitteln auch christliche Werte wie die Nächstenliebe, aber grundsätzlich sind wir offen für jedes Kind, ob getauft oder nicht", sagt Seger, die als Geschäftsführerin des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) Düsseldorf arbeitet.

In den wöchentlichen Gruppenstunden wird unter anderem gespielt, gekocht, gesungen und gebastelt, aber es gibt auch für Pfadfinder typische Angebote wie Knoten- und Kompasskunde und Kartenlesen. Höhepunkte im Pfadfinderjahr sind die Zeltfahrten, die auch ins Ausland führen können. Dann tragen die Pfadfinder ihre Kluft, um als Gruppe gut erkennbar zu sein. Wanderungen, Lagerfeuer und Spiele stehen unter anderem auf dem Programm. "Mir gefällt an den Pfadfindern, dass sie zu einem großen Verband gehören, es einen regelmäßigen Austausch mit anderen Stämmen gibt. Weltweit können Kontakte zu anderen Pfadfindern aufgebaut werden", sagt Seger. Als Beweis dafür könnte das Hemd ihrer eigenen Kluft mit denen vielen Abzeichen dienen, die Seger mit anderen Pfadfindern getauscht hat. "Mit jedem davon verbinde ich eine schöne Geschichte, weiß noch ganz genau woher, wann und von wem ich es erhalten habe."

Für sie sind die Pfadfinder "eine coole Sache", die viel weniger verstaubt sei, als viele glaubten. "Am besten einfach ausprobieren. Bei uns kann man zunächst an Schnupperstunden teilnehmen", rät Seger.

Quelle: RP
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