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Düsseldorf
Drohnen helfen Dachdeckern

Düsseldorf: Drohnen helfen Dachdeckern
Die Handwerker und ihre 1300 Euro teure schwebende Drohne. Handwerkskammerpräsident Andreas Ehlert (im Anzug) war einer der ersten Piloten. FOTO: HWK
Düsseldorf. Einige Handwerker haben jetzt als erste einen Drohnenführerschein gemacht. Dabei war auch Handwerkskammerpräsi-dent Andreas Ehlert. Mit den Fliegern können sie Schäden an Dächern erspähen und gefahrlos vom Boden arbeiten. Von Thorsten Breitkopf

Noch vor wenigen Jahren waren Modellflugzeuge vor allem das Freizeitvergnügen von Kindern oder viel mehr von ihren technikbegeisterten Vätern. Doch neue Technologien haben die Welt diesbezüglich revolutioniert. Der Drohne haftet noch immer der Ruf an, eine militärische Waffe zu sein. Doch mehr und mehr Möglichkeiten der zivilen Nutzung ergeben sich heute.

Pioniere auf dem Gebiet sind eine Hand voll Düsseldorfer Handwerker, die meisten von ihnen Dachdecker. Sie haben jetzt bei der Düsseldorfer Handwerkskammer eine Art Drohnenführerschein gemacht. Unter ihnen war auch Handwerkskammerpräsident Andreas Ehlert, selbst von Beruf Schornsteinfeger. "Es war ein starkes Gefühl, als ich das erste Mal die Drohne steuerte", sagt Ehlert. "Es war viel einfacher als früher bei den Modellflugzeugen." Zwei Tage dauerte der Lehrgang. Der erste war im wahrsten Wortsinne ein Pilotprojekt. "Es wurde auf alle Details eingegangen. Wie funktioniert der Akku? Wie arbeiten die Rotoren? Wie steuert man das Teil?", sagt Arno Momper, Abteilungsleiter Weiterbildung bei der Kammer.

"Die Anwendung von Multikoptern oder Drohnen in Handwerksbetrieben ist weit mehr als ein bloßer ,Hype'. Ganz praktisch und je nach Zusatzausstattung bieten sie die Möglichkeit zu optischen Untersuchungen und lassen sich etwa fürs digitale Aufmaß, für Schwachstellenanalysen an Gebäuden oder an Anlagen oder auch für thermografische Aufnahmen von Objekten einsetzen", sagt Kammerpräsident Ehlert. Er glaubt: "Drohnen haben das Potenzial, zu dem Symbol für Handwerk 4.0 zu werden." Mit den Drohnen lassen sich Orte an Gebäuden in großen Höhen erreichen, die sonst nur mühsam mit Leitern oder Gerüsten betreten werden können. Außerdem ist das Fliegen einer Drohne natürlich weit weniger gefährlich als die körperliche Arbeit in schwindelnden Höhen.

Einiges gilt es als Drohnenpilot zu beachten. Die wichtigste Regel: "Die Drohne darf nie aus dem Blickfeld des Steuernden geraten", sagt Momper. Wenn das passiere, müsse die Drohne sofort zurückgerufen werden. Das Modell, das im ersten Kursus verwendet wurde, hat dafür eine recht simple Konstruktion. "Wenn man die Home-Funktion auslöst, fliegt der Multikopter automatisch zurück zu seinem Ausgangspunkt", erklärt Momper. Das gleiche passiere auch, wenn der Akku des Fluggeräts einen kritischen Ladezustand erreicht.

Die beim Kursus geflogene Drohne kostet etwa 1300 Euro und verfügt auch über einen Monitor, der die Bilder des Fliegers fast in Echtzeit sendet. Nur per Bildschirm zu fliegen, ist allerdings nicht erlaubt. Dann muss ein zweiter Bediener her, der die Drohne nicht aus dem Blick lassen darf - aus Sicherheitsgründen.

Die Möglichkeiten, die Drohnen aufzurüsten, sind vielfältig. "Es gibt Wärmebildkameras, die bei der energetischen Sanierung von Häusern eingesetzt werden und an den Fliegern montiert werden", sagt Momper. Auch Glaser- und Maler-Innung zeigen großes Interesse.

Die Ausbildung ist notwendig, weil der gewerbliche Nutzer einer Drohne eine so genannte Aufstiegsgenehmigung benötigt. Diese erteilt die Düsseldorfer Bezirksregierung und fordert dafür eine Art Sachkundenachweis beziehungsweise Flugerfahrung.

Rechtlich ist die Nutzung der Drohne stark eingeschränkt. Das Überfliegen von Menschen ist genauso verboten wie das Anfliegen. Noch vor den Sommerferien plant Arno Momper einen zweiten Drohnen-Kursus, der Termin steht noch nicht fest. Anmeldungen sind möglich unter: 0211 8795-400.

Quelle: RP
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