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Düsseldorf
Stadt plant Radweg für Worringer Platz

Düsseldorf: Stadt plant Radweg für Worringer Platz
Die RP-Radtour mit ADFC-Experte Matias Steinigk (rechts) und RP-Redakteurin Denisa Richters führte zu kritischen Stellen für den Radverkehr wie dem Oberbilker Markt. FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Es bewegt sich einiges in Düsseldorf in Sachen Radverkehr, es ist aber auch noch vieles zu tun - das ist das Fazit der Radtour, die die RP gemeinsam mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) für ihre Leser organisiert hat. Die Stadtverwaltung kündigt an, einige Gefahrenpunkte zu entschärfen. Von Denisa Richters

Die Leser radelten trotz teils heftigen Regens mit, konnten Fragen stellen, Anregungen geben und viel Neues erfahren - vom städtischen Verkehrsdezernenten Stephan Keller sowie von Matias Steinigk und Iris Kösters vom ADFC.

Eine gute Nachricht gab es gleich bei der zweiten Station: Am Worringer Platz endet zwar abrupt der vorbildliche Radweg, den die Stadt vor kurzem auf der Kölner Straße ab dem Oberbilker Markt eingerichtet hat, Keller versprach aber auch für den schwierigen Verkehrsknotenpunkt eine Lösung: Bis 2017 soll - wie bereits angekündigt - der Radweg auf der Karlstraße in Richtung Wehrhahn und Ackerstraße fertig sein (zunächst jedoch noch ohne eigenen Radweg auf der Ackerstraße). Auch für die Verbindung Kloster-/Erkrather Straße arbeite man in der Fachgruppe Radhauptwegenetz (der ADFC ist beteiligt) an einer Lösung. Die Verbindung vom Hauptbahnhof zur Moskauer Straße in Richtung Lierenfeld soll im Zuge der Ortsumgehung Oberbilk für den Radverkehr realisiert werden. "Es ist gut, dass der Worringer Platz endlich angepackt wird", sagte RP-Leser Franz-Josef Kuhlbusch.

Start war am Oberbilker Markt vor dem Justizzentrum. Dort ist, so kritisiert ADFC-Mann Steinigk, vor allem die Situation der Abstellplätze für Räder unbefriedigend gelöst: "Der Bauherr, der Landesbetrieb BLB, wollte den Innenhof freihalten", erklärte Keller. Sicherheitsgründe könnten eine Rolle spielten. Auch vor dem Hauptbahnhof, so die einhellige Meinung, fehlt eine gute Lösung. Hunderte Räder parken dort kreuz und quer. Die Mieträder von Nextbike sind laut Steinigk kaum zu finden. Er fordert eine feste Station. "Die sollte aber auch eine Stromtankstelle für Elektroräder haben", sagte RP-Leser Peter Terhorst. Favorisiert wurde zudem eine Tiefgarage für Fahrräder vor dem Hauptbahnhof.

Der Stadt attestierte Steinigk, dass in den vergangenen Jahren ein Umdenken stattgefunden habe. Oft sei das aber nicht konsequent genug, wenn es um Eingriffe in den Raum geht, der bisher Autos zur Verfügung stehe: "Dabei brauchen Radfahrer nur einen Bruchteil des Platzes", betont Steinigk. Nicht einmal ein Achtel des Straßenraums ist das einer Untersuchung zufolge.

Bernd Matthea aus Flingern sprach ein stadtweites Ärgernis an: die Radwegeparker, über die er und andere Anlieger sich vor allem auf dem neu angelegten Radweg auf der Birkenstraße ärgern. Der städtische Ordnungsdienst greife nicht ein, sagte Matthea und forderte härtere Maßnahmen, um ein Umdenken bei den Autofahrern zu bewirken. "Abschleppen ist in so einem Fall prinzipiell möglich", so Keller.

Bei der Tour entdeckte auch er gute Radverbindungen über Nebenstraßen - zum Beispiel die über Charlotten- und Pionierstraße zum Fürstenplatz. Keller wies auf die Möglichkeit hin, Hinweise und Anregungen an die Experten im Fahrradbüro zu geben. Dies sei über die Internetseite der Stadt möglich. Steinigk klagte, dass auf manchen Vorstoß des ADFC nicht reagiert worden sei - etwa zur Verbesserung der Situation an der Mooren- und an der Witzelstraße. Zudem verwies er auf eine ADAC-Studie, die Tempo-30-Zonen als gute Lösung für sicheren Radverkehr betone. Im Vergleich zu München oder Berlin habe Düsseldorf jedoch mit 36 Prozent nur halb so viele temporeduzierte Zonen. Keller steht einer Erhöhung positiv gegenüber.

Eine der letzten Stationen war vor Steinigks Haustür an der Ecke Himmelgeister/Chlodwigstraße: Dort steht Düsseldorfs erstes privates Fahrradhäuschen. Steinigk und seine Nachbarn haben dafür zwei Jahre gekämpft. Es ist aus Holz, relativ einbruchsicher (wird von der Versicherung als geschlossener Raum anerkannt) und bietet Platz für zwölf Fahrräder. Jeder Nutzer kauft einen Stellplatz für 250 Euro. "Gut gelöst", sagte RP-Leserin und Seniorenbeirätin Helga Hümmerich-Terhorst. Die Stadt hat nicht nur den Bau genehmigt, sondern auch einen Kostenzuschuss für das 8000-Euro-Projekt gegeben. Laut Keller sollen stadtweit an geeigneten Orten mehr solche Häuschen entstehen - allerdings "in einem pfiffigeren Stil". Die Stadt arbeitet derzeit an einem eigenen Düsseldorf-Modell für sichere Anwohner-Radhäuschen.

Quelle: RP
 
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