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Düsseldorf
Düsseldorfer leihen gern Bücher von Houellebecq und Rushdie

Düsseldorf. Stadtbüchereien melden einen neuen Rekord für 2015: Insgesamt wurden 5.354.616 Medien ausgeliehen.

Die Nutzer der Zentralbibliothek und der Stadtteilbüchereien haben sich im vergangenen Jahr mehr Bücher, CDs und Filme ausgeliehen als jemals zuvor. Mit insgesamt 5.354.616 Medienausleihen wurde der bisherige Rekord aus dem Jahr 2012 um mehr als 100.000 Entleihen übertroffen, wie die Stadt berichtet. Fast 1,4 Millionen Besucher wurden dabei an den 15 Düsseldorfer Büchereistandorten gezählt.

Die höchste Zuwachsrate bei den Ausleihen verzeichnete einmal mehr die Online-Bibliothek, bei der die Nutzer Tag und Nacht Medien digital entleihen können. Das Plus lag hier bei 20 Prozent, absolut gesehen stieg die Zahl der Ausleihen um fast 50.000 auf knapp 270.000 an. Zwar gebe es Nutzer, die ausschließlich online Medien leihen, sagte Bücherei-Chef Norbert Kamp: Viele seien aber auch "Hybrid-Nutzer", die sowohl klassische als auch digitale Medien leihen. Besonders sonntags, wenn die Büchereien selbst geschlossen haben: "Da sind die Zugriffszahlen der Online-Bibliothek mit Abstand am höchsten", so Kamp. Immerhin sei die tägliche Verfügbarkeit die große Stärke dieses Angebots. Die Zentralbibliothek und die Stadtteilbüchereien zählten ebenfalls jeweils rund 50.000 Medienausleihen mehr als im Vorjahr.

Besonders gefragt sind die Büchereien und ihre Angebote bei Kindern und Jugendlichen: So sind mehr als ein Drittel der Nutzer unter 18 Jahre alt. Auch Neukunden gewinnen die Büchereien nach wie vor, 2015 ließen sich laut Stadt 11.230 Interessierte erstmals einen Büchereiausweis ausstellen.

Beliebt waren bei den Düsseldorfern im vergangenen Jahr die großen Romane, die auch bundesweit die Bestsellerlisten und die Debatten anführten - die Büchereien bemühen sich, die Top-Titel schnell nach Veröffentlichung anzubieten.

Entsprechend liehen sich die Düsseldorfer besonders häufig Michel Houellebecqs viel diskutierten Bestseller "Unterwerfung" aus, außerdem Salman Rushdies vielgelobtes neues Werk "Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte". Auch ein deutscher Autor ist unter den Top drei: Frank Witzel mit seinem Roman "Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969" - vom sperrigen Titel ließen sich die Büchereinutzer offenbar nicht abschrecken.

Beliebtestes Buch bei den jungen Nutzern war Kerstin Giers "Silber. Das dritte Buch der Träume: Just dreaming", das vor allem bei Mädchen gefragt sein dürfte. Dahinter folgte der zehnte Band der (bei Jungen sehr beliebten) Comic-Romanreihe "Gregs Tagebuch". Paul Maars Buch "Das Sams - ein Sams zu viel" wurde ebenfalls sehr oft ausgeliehen. In den beliebtesten Sachbüchern geht es um Religion: Gerne ausgeliehen wurden Hamed Abdel-Samads "Mohamed: eine Abrechnung" und Navid Kermanis "Ungläubiges Staunen: über das Christentum".

(nic)
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