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Das „Freiligrath“ an der Bilker Kirche
Ein bisschen Revolution muss sein

Düsseldorf. Im Schatten der Bilker Kirche liegt "Freiligrath". Das Freiligrath, und früher auch der Freiligrath: Im Haus an der Neusser Straße wohnte 1850/51 der Dichter und Revolutionär Ferdinand Freiligrath, bevor er wegen Kritik an der Obrigkeit nach Großbritannien fliehen musste. Weniger dramatisch geht es heute zu. "Brauereiausschank" nennt sich die Gaststätte, das klingt nicht revolutionär.

Will es auch gar nicht sein: Freiligrath setzt mit seinen blankgescheuerten Tischen auf klassische Optik und außerdem auf durchaus traditionelles Angebot - Heringssalat, Rostbratwürstchen, Bauernsülze. Auf den zweiten Blick merkt man freilich, dass das Ambiente mit dem Terrakottaboden etwas mediterran angehaucht ist. Und die Speisekarte bietet schließlich auch Griechische Haxe mit Zucchini, Auberginen und Schafskäse (11,90 Euro) oder Spare Ribs mit Barbecue-Dip (9,20). Das geht über das typische Brauhaus hinaus.

Klassische Vorspeisen sucht man bis auf Tomaten- und Gulaschsuppe (2,90 und 3,90) vergebens. Dafür gibt's Tapas (zwischen 0,60 und 2,50). Vorsichtige Dosierung ist angeraten: Die Portionen sind ehrfurchtgebietend groß. Die klassische Haxe etwa (11,90) würde woanders auch als Teller für zwei durchgehen. Und gut ist sie: butterzart das Fleisch, fruchtig der Rotkohl, knusprig die Bratkartoffeln. Der Rheinische Sauerbraten (12,90) kommt mit den obligatorischen Rosinen in ähnlichem Umfang und vergleichbarer Qualität auf den Teller. Wem die großen Fleischstücke nicht zusagen, der dürfte bei den Salaten (6,90 - 9,90), den Ofenkartoffeln (8,50-9,90) oder den Bratkartoffelpfannen (7,20 bis 8,50) gut aufgehoben sein. Die leckeren Mehlspeisen zum Nachtisch sind noch einmal eine echte Herausforderung. Zu trinken gibt's Schlösser, Jonges oder Jever (alle 1,40). Auch der Wein ist gut, allerdings recht teuer. Die Bedienung ist freundlich und unkompliziert - wie es sich für ein Brauhaus gehört.

Ein bisschen Revolution gibt es dann aber doch, und zwar für 1,40 auf der Getränkekarte: Hier im tiefsten Düsseldorf gibt es, kaum zu glauben, echtes - Kölsch.

Quelle: RP
 
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