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Düsseldorf
Einbrecher bestreiten, Opfer brutal geschlagen zu haben

Versuchter Raubüberfall auf McDonald's
Versuchter Raubüberfall auf McDonald's FOTO: Gerhard Berger
Düsseldorf. Mit Geständnissen, in denen beide Angeklagte sich gegenseitig als Schläger belasteten, hat der Landgerichtsprozess um einen brutalen Überfall auf eine Schnellimbiss-Filiale in der Altstadt begonnen.

Ende 2014 waren ein 23-Jähriger und sein Kumpan (19) nach einer Zechtour morgens in ein Lager der Imbisskette eingestiegen, um Gewinn-Bons für ein 100.000-Euro-Spiel der Imbisskette zu erbeuten. Als eine Angestellte (50) die Männer überraschte, wurde sie so massiv verprügelt, dass sie zwei Wochen auf einer Intensivstation liegen musste. Die Angeklagten gaben den Einbruch zu, die Verantwortung für die Verletzungen des Opfers übernahm aber keiner von ihnen.

Einst hatte der 23-Jährige als Hilfsarbeiter eine Woche lang in der Filiale gejobbt, wusste daher, dass man über einen Hausflur und per Lift unbemerkt ins Papierlager kommen konnte. Um 2.30 Uhr am 28. November 2014 stieg er mit dem Kumpan dort ein. Doch das große Los, das einen Hauptgewinn von 100.000 Euro bringen sollte, fanden sie nicht.

Als die 50-jährige Angestellte vor ihrem Feierabend den Keller kontrollierte, wurde sie dort von dem Duo festgehalten und eines Schlüssels beraubt, mit dem einer den Tresor öffnen und ausräumen wollte. Doch weil der Schlüssel nicht passte, wurde die Frau durch mindestens vier wuchtige Schläge auf den Kopf mit einer schweren Metallabdeckung erheblich verletzt. Bewusstlos und blutüberströmt ließen die Täter ihr Opfer liegen. Erst ein Kollege der Frühschicht fand die Frau mit Knochenbrüchen am Kopf und im Gesicht. Zwei Wochen lag sie auf einer Intensivstation, musste mehrfach operiert werden.

Doch nur den Einbruch gestanden die Angeklagten. Wer die Frau so übel zugerichtet hatte, blieb offen. Jeder der Angeklagten sagte, er habe die Verletzungen der Frau weder gewollt noch verursacht - dafür sei "der andere" verantwortlich gewesen. Wie der Anwalt des Opfers erklärte, kann seine Mandantin nicht eindeutig sagen, welcher der Einbrecher auf sie eingeprügelt hatte. Auf die Spur des Duos war die Polizei erst nach einer Öffentlichkeitsfahndung mit Bildern von einer Überwachungskamera gekommen. Tippgeber an die Behörden soll die Mutter eines Angeklagten gewesen sein. Für den Prozess sind noch drei Verhandlungstermine reserviert.

(wuk)
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