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Düsseldorf
Eintopf gegen Einsamkeit

Düsseldorf: Eintopf gegen Einsamkeit
Heike Schaaf bedient beim Eintopfessen im Gemeindehaus am Diezelweg. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Privater als im Restaurant, geselliger als zu Hause - so ist das Mittagessen bei der Evangelischen Kirche Unterrath. Von Julia Brabeck

Essen hält Leib und Seele zusammen, heißt ein Sprichwort. Das dem so ist, kann alle zwei Wochen an einem Mittwoch im Gemeindezentrum der evangelischen Kirche Unterrath am Diezelweg beobachtet werden. Seit zehn Jahren lädt ein ehrenamtliches Team dort zum Eintopfessen ein. Dieses Angebot wird rege angenommen. Im Schnitt 15 Gäste, zumeist gesetzten Alters, trudeln immer munter plauschend ein. Manche kommen ganz regelmäßig, andere nur, wenn sie auf dem Speiseplan ein Lieblingsessen entdeckt haben.

"Die Kirchengemeinde wollte ein zusätzliches Angebot für Senioren ins Leben rufen, etwas, an dem alle unkompliziert teilnehmen können", sagt Andrea Faust, Leiterin der gemeindediakonische Dienste. Ein gemeinsames Essen würde sich da gut anbieten, denn dabei käme man gut miteinander ins Gespräch. Zumal die Ehrenamtlichen, nachdem sie das Essen ausgeteilt haben, sich immer mit an die Tische setzen und dann auch neue Gäste in die Runde einführen können.

"Deshalb kochen wir auch nicht selber, sondern lassen uns das Essen vom Haus St. Josef anliefern. Wir wollen die Zeit, welche die ehrenamtlichen Mitarbeiter zur Verfügung stellen, lieber für die Geselligkeit nutzen", sagt Andrea Faust. Für sie zählt es zu den klassischen Aufgaben einer Kirchengemeinde, Menschen auf ihrem Lebensweg zu begleiten. "Das triff hier zu, denn einige der Gäste, wie zum Beispiel eine 97-jährige Dame, kommen bereits von Anfang an, also schon seit zehn Jahre zum Eintopfessen." Deshalb gibt die Gemeinde auch Hilfestellung, wenn der Weg zum Gemeindehaus nicht mehr selbstständig bewältigt werden kann. Ehrenamtliche holen dann die Senioren von Zuhause ab und senden das Kirchentaxi. Und wenn bei den Stammgästen das Gedächtnis nachlässt, werden diese per Telefon an das anstehende Mittagessen erinnert. "Ich komme schon seit sechs Jahren hierher, denn ich finde es sehr schön, mit anderen Menschen zusammen zu sein. Und ich treffe immer wieder Leute, die ich schon kenne", sagt Monika Demmler.

Das Helferteam, das aus acht Frauen und Männern besteht, versucht, für das Treffen einen schönen Rahmen zu schaffen. So sind die Tische immer der Jahreszeit entsprechend dekoriert. Besondere Anlässe, wie das Jubiläum, Ostern und Weihnachten, werden feierlich begangen. Dann wird gesungen oder Geschichten vorgelesen. "Die Zeit zum Austausch soll aber dabei nicht zu kurz kommen", sagt Faust.

Das gemeinsame Mittagessen dient aber nicht nur der Unterhaltung, sondern bietet auch die Möglichkeit zur Vernetzung und die Gelegenheit, unkompliziert Hilfe bei Problemen zu erhalten. "Hier werden Infos ausgetauscht, beispielsweise wie eine neue Lebenssituation gut bewältigt werden kann und wir weisen auf andere Angebote der Gemeinde oder im Stadtteil hin."

Aber auch die ehrenamtlichen Mitglieder profitieren von ihrem Einsatz. "Wir sind ein sehr gutes Team und unterstützen uns auch privat gegenseitig. Ich helfe hier gerne mit, denn das ist ein lohnender Einsatz", sagt Ilsemarie Pieper.

Quelle: RP
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