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Verhandlung in Düsseldorf
Frau im Koma - Gas-Installateur vor Gericht

Düsseldorf. Bei Arbeiten an einer Gastherme soll ein Installateur kräftig geschlampt haben. Eine Frau lag danach im Koma. Nach neun Jahren landet der Fall nun vor dem Düsseldorfer Amtsgericht.

Wegen Fehlern eines Gas-Installateurs soll in Düsseldorf eine Frau ins Koma gefallen sein und einen Hirnschaden erlitten haben. Ihre Katze starb sogar. Von diesem Montag an muss sich der 41-jährige Installateur wegen fahrlässiger Körperverletzung vor dem Düsseldorfer Amtsgericht verantworten.

Der Vorfall habe sich bereits vor neun Jahren ereignet, teilte ein Gerichtssprecher mit. Das Strafverfahren sei längere Zeit wegen eines Zivilverfahrens in gleicher Sache ausgesetzt gewesen.

Der Installateur habe an der Gastherme des Opfers mehrere Teile ausgetauscht und dies auch in seinem Arbeitsbericht vermerkt, so die Anklage. Nach dem Austausch habe er aber die vorgeschriebene Abgasmessung unterlassen. Außerdem habe er ignoriert, dass die Therme das Gas mit heller Flammenspitze verbrenne, was auf eine unvollständige Verbrennung hindeute.

Zudem habe er die starke Verschmutzung des Lamellen-Blocks der Therme nicht beachtet. Durch die Verschmutzung hätten die Abgase nicht in den Schornstein abgeführt werden können. Gut einen Monat nach den Arbeiten habe die Bewohnerin eine schwere Kohlenmonoxid-Vergiftung erlitten und sei in ein längeres Koma gefallen. Die Frau sei lange arbeitsunfähig gewesen.

Bei Untersuchungen der Therme sei dann ein massiv erhöhter Kohlenmonoxid-Ausstoß festgestellt worden. Bereits ein Zehntel der Menge hätte zur sofortigen Stilllegung des Geräts führen müssen. Die Verteidigerin des Installateurs war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Das Gericht hat für den Fall vier Verhandlungstage angesetzt.

(lnw)
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