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Düsseldorf
Wo sich Fuchs und Frischling Guten Tag sagen

Düsseldorf: Die Tiere des Wildparks Grafenberg
Düsseldorf: Die Tiere des Wildparks Grafenberg FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Auf einer Fläche von mehr als 67 Fußballfeldern lädt der Wildpark Grafenberg zu Katze, Waschbär und Wildschwein in die Natur ein. Von Henning Rasche und Hans-Jürgen Bauer (Fotos)

Vorsichtig lugt Ursula aus ihrem Häuschen. Ein Blick nach links, ein Blick nach rechts. Ist die Luft rein? Sven Porsche wirft ihr ein paar Rosinen und Nüsse vor die Klauen. Also beschließt Ursula doch, ihr Schläfchen zu beenden und die überschaubare Welt des Geheges zu erkunden. Aber nicht etwa aus Abenteuerlust, sondern natürlich aus Hunger.

Ursula ist Waschbärin im Wildpark Grafenberg und teilt sich ihr Gehege gleich mit zwei Herren: Bernd und Günther. Bernd ist mehr der Faulenzer, er liegt gern in der Hängematte und frisst; Günther ist noch athletischer. Jedenfalls erzählt das besagter Sven Porsche, der zuständige Vorhandwerker und kommissarische Leiter des Wildparks.

Auf einer Fläche von 48 Hektar - das entspricht in etwa 67 Fußballfeldern - stellt der Wildpark Grafenberg den Stadtmenschen Wildtiere vor. Damwild, Rotwild, Wildschweine, Füchse, Frettchen, Fasane, Wildkatzen und Mufflons wohnen dort; fressen, spielen, kriegen Kinder und warten auf Besucher. An 365 Tagen im Jahr hat der Wildpark normalerweise geöffnet, es sei denn ein Sturm wie "Niklas" erfordert Aufräumarbeiten. An den Ostertagen aber kann der Wildpark wieder kostenlos erforscht werden. Auch Futter dürfen große wie kleine Gäste mitbringen: bevorzugt Äpfel, Birnen, Kartoffeln (auch Schalen), Kohlrabi, Nüsse oder Möhren.

Von der neugebauten Wildschweinplattform aus haben Besucher einen idealen Blick über das Gelände. Hinten am Hang kämpft sich der 16 Jahre alte Keiler entlang. Mit ihm bewohnen elf Bachen, zwei weitere deutlich jüngere Keiler und ganz viele kleine Frischlinge das Gehege. Die Bachen schützen ihre Kinder vor Eindringlingen und sei es, dass diese nur zum Füttern kommen. Mit einem Grunzen weisen sie das Personal an, gefälligst zurück zu weichen.

Die 48 Hirsche im Damwild-Gehege laufen frei herum. Wer ihnen ein Stück Apfel gibt, darf auf einen freudigen Abnehmer hoffen. Manch junges Tier ist gepunktet, ein anderes heller, andere wiederum dunkler. Sven Porsche kennt sie fast alle. "Mit der Zeit lernt man sich kennen", sagt er. Die Hirsche zeigen ein starkes Rudelverhalten und huschen über die Wiesen. Ähnlich verhalten sich die Mufflons - eine Wildschafart. Zu elft sprinten sie hin und her. Bis das Futter kommt, dann werden sie ruhiger.

Der Fuchs hingegen ist ganz und gar kein Rudeltier. Frau und Herr Fuchs leben getrennt im Wildpark: Man mag sich nicht besonders. Nebenan im Raubtiergebäude rennen auch noch echte Filmstars herum, ein paar Frettchen, die schon manchen Fernsehauftritt gemeistert haben. Die Wildkatze kaut derweil an einem Küken.

Quelle: RP
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