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Düsseldorf
Ganztagsangebot reicht nicht überall

Düsseldorf. Ein Blick in den Schulentwicklungsplan 2020 zeigt: Nicht alle Stadtbezirke müssen mit Zuwächsen bei Schülerzahlen rechnen. Von Jörg Janssen

Der Bau, die Erweiterung und die Sanierung von Schulen gilt als eine der größten kommunalpolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre. 300 Millionen Euro sollen dem Vernehmen nach in diesen Bereich fließen. Wie all das finanziert wird, bleibt einstweilen offen. Ausführungs- und Finanzierungsbeschlüsse stehen für einen Teil der geplanten Maßnahmen noch aus, trotzdem arbeitet das Rathaus schon am nächsten Paket ("Schulorganisatorische Maßnahmen - SOM 4"). Es soll bis zu den Sommerferien 2016 vorliegen. 6500 zusätzliche Schüler bis 2020/21 (darin sind die Flüchtlingsprognosen nur ansatzweise enthalten) setzen den Rahmen, den das Rathaus mit Inhalt füllen muss. Was das im Einzelnen bedeutet, steht im 300 Seiten starken Schulentwicklungsplan.

Grundschulen Spannend ist, dass sich das für Düsseldorf typische Bevölkerungswachstum in den einzelnen Stadtbezirken sehr unterschiedlich auswirkt. Starke Zuwächse prognostizieren die Planer für die Stadtbezirke 1 (Altstadt, Carlstadt, Stadtmitte, Pempelfort, Derendorf, Golzheim), 3 (Oberbilk, Unterbilk, Bilk, Friedrichstadt, Hafen, Hamm, Flehe, Volmerswerth), 4 (Oberkassel, Heerdt, Lörick, Niederkassel), 6 (Lichtenbroich, Unterrath, Rath, Mörsenbroich) und 7 (Gerresheim, Grafenberg, Ludenberg, Hubbelrath). Nahezu gleich bleibende Zahlen werden für den Stadtsüden (Bezirke 9 und 10) ermittelt. Stadtweit steigt die Zahl der Grundschüler von aktuell 19.700 auf rund 21.300. Rund 400 dieser 1600 zusätzlichen Schüler entfallen allein auf den Stadtbezirk 3. Ein Grund für die unterschiedliche Verteilung sind große Neubaugebiete, wie beispielsweise das Glasmacherviertel in Gerresheim, in das viele junge Familien ziehen werden.

Ganztag Im vergangenen Schuljahr konnte die Stadt 63,5 Prozent aller Grundschulkinder eine Ganztagsbetreuung anbieten - entweder in Offenen Ganztagsgruppen (OGS) oder in Ganztagsklassen (GTK). 96 Prozent dieser Plätze waren belegt, in einigen Wohnvierteln (unter anderem Unterbilk) gab es mehr Nachfrage als Angebot. Zuzüge und eine wachsende Erwerbstätigkeit junger Mütter führen auch in diesem Bereich zu erhöhten Bedarfen, jedenfalls an bestimmten Schulen. So gehen die Planer im Stadtbezirk 7 von 39 OGS-Gruppen aus. Bislang gibt es dort 33.

Förderschulen Das Bestreben, Menschen mit und ohne Handicap gemeinsam aufwachsen zu lassen ("Inklusion"), führt zu einem Rückgang der Förderschüler. Vorausschauende Prognosen sind mit Blick auf schwer abzuschätzende künftige Elternentscheidungen schwierig. Am Trend dürfte es aber keinen Zweifel geben. Besuchten 2006/07 etwa 2150 Jungen und Mädchen eine Förderschule in städtischer Trägerschaft, waren es im abgelaufenen Schuljahr noch 1587. Umgekehrt stieg die Zahl der Schüler mit sonderpädagogischer Unterstützung allein an den Grundschulen von 239 (2011/12) auf 407 (2014/15). Die Stadt hat Konsequenzen gezogen. Einige Förderschul-Standorte schließen, andere werden - zumindest für eine Übergangszeit - zu Dependancen anderer Schulen.

Sanierungen Neu (aber nicht Teil des 300 Seiten starken Plans) ist auch die Umwidmung des Masterplans Schulen. Die dort hinterlegten 30 Millionen Euro jährlich sollen nur noch Sanierungsarbeiten im engeren Sinne vorbehalten bleiben. Im Wahlkampf hatten Sozialdemokraten und Grüne kritisiert, dass beispielsweise auch Maßnahmen aus dem OGS-Bereich hierüber abgewickelt werden.

Quelle: RP
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