| 00.00 Uhr

Düsseldorf
Großes Wiedersehen nach vielen Jahren

Düsseldorf. 1000 Ex-Schüler und -Lehrer beim Ehemaligentreffen am Geschwister-Scholl-Gymnasium. Von Holger Lodahl

Etwas fremdelnd stehen sich Carolin Rademacher und Antonio Licata gegenüber. Vor zwei Minuten haben sich die beiden ehemaligen Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums getroffen - nach fast 20 Jahren das erste Mal. "Ich war damals ein Rebell", sagt Licata. Gleich nach dem Abitur habe er Düsseldorf verlassen. Anders seine Ex-Mitschülerin Carolin. Sie studierte in Düsseldorf und arbeitet nun als Ärztin. Dass sich die beiden nach gut zwei Jahrzehnten wieder unterhalten, ist dem Ehemaligentreffen am Geschwister-Scholl-Gymnasium zu verdanken. Etwa 1000 einstige Schüler und Lehrer tauschten gut gelaunt Erinnerungen aus. Antonio Licata zum Beispiel erzählt, er sei vor drei Jahren wieder nach Düsseldorf zurückgekehrt. "Zuhause ist es doch am schönsten."

Viel zu berichten hatte Christine Dreesen. Die ehemalige Lehrerin unterrichtete 30 Jahre lang die russische Sprache. Nun steht sie im Foyer der Schule und beobachtet, wie immer mehr Gäste jedes Alters in das Gebäude kommen. Die Seniorin erinnert sich noch gut an ihre Einstellung im Jahr 1963. "Kaum jemand konnte Russisch unterrichten, so dass ich auf Empfehlung nach Düsseldorf kam", sagt sie. Als einzige Frau bei mehr als 30 Männer hatte sie eine Sonderstellung im Kollegium. "Ich pendelte von Köln jeden Tag nach Düsseldorf, bis ein Kollege eine Fahrgemeinschaft vorschlug. Kurze Zeit später fragte er mich, ob ich ihn heiraten wolle", erzählt Christine Dreesen gut gelaunt. Sie wird von zwei Frauen angesprochen. Sabine Ruzicke und Kerstin Kantelberg haben 1988 ihr Abi abgelegt - also fünf Jahre vor der Pensionierung von Christine Dreesen. "Wir haben Frau Dreesen und ihren Mann gut gekannt", sagen sie. Beide sind in der Region Düsseldorf geblieben. Ihr Bezug zum Geschwister-Scholl-Gymnasium ist heute noch eng. Ihr Sohn geht dort in die achte Klasse.

Die Bedeutung für so ein Ehemaligentreffen betont Lehrerin und Organisatorin Katja Staebner. "Es ist ein wichtiger sozialer Aspekt für alle damaligen und heutigen Lehrer und Schüler", sagt sie. Finanziert wird die Arbeit durch den Verkauf von Essen und Getränken. Ein etwaiger Überschuss ist für die Sanierung des Schullandheims Hitzenlinde bestimmt.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Düsseldorf: Großes Wiedersehen nach vielen Jahren


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.