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So wohnt Düsseldorf
Grüne Dächer für ein besseres Klima

Düsseldorf. Ab dem 1. Juli können Besitzer von Häusern in stark versiegelten Bereichen der Stadt eine Förderung beantragen, wenn sie Dächer, Fassaden oder Innenhöfe begrünen. Zwei Hausbesitzer mit grünem Dach berichten von ihren Erfahrungen. Von Sonja Schmitz

Wenn man vor Swantje Kielhorns Haus steht und sieht, wie der Wind durch das hohe Gras auf den Dächern weht, fühlt man sich ein wenig auf eine idyllische grüne Insel nach Schweden versetzt. Seit sechs Jahren lebt die 42-jährige Berufsschullehrerin mit ihrer Tochter in der ökologischen Siedlung in Unterbach und genießt das gemeinschaftliche Wohnen dort.

Einen Beitrag zur guten Lebensqualität in der Siedlung, die in den 80er Jahren entstand, leistet für sie auch das begrünte Dach des Hauses. "Es sieht toll aus und schafft ein gutes Wohnklima", sagt sie. Da die Begrünung isolierend wirkt, herrschen in einem heißen Sommer im Haus angenehme Temperaturen. Im Winter kühlt es nicht so sehr aus. Das spart auch Heizkosten. Oft reicht sogar die Wärme ihres Holzgrundofens zum Heizen aus. Etwa zweimal im Jahr geht Swantje Kielhorn auf das 70 Quadratmeter große Dach, um Pflanzen zu entfernen, deren Wurzeln zu tief werden. Meistens sind dies Disteln oder kleine Ableger von Ahornbäumen. Während manche Nachbarn das Gras mit der Sense kürzen, lässt die berufstätige Mutter es wachsen. "Man kann mähen, muss aber nicht. Es erreicht nur eine gewisse Höhe und wächst nicht ins Unendliche", sagt Kielhorn, die in der Siedlung gerade das Bürgermeisteramt inne hat.

Neben der ungewöhnlichen Optik und dem angenehmen Klima hat das begrünte Dach auch einen positiven Effekt auf die Umwelt. Zum einen bindet die Vegetation Schadstoffe in der Luft: pro Quadratmeter und Jahr bis zu 0,2 Kilogramm. Zum anderen dient das begrünte Dach auch als Regenwasserspeicher. Auf diese Weise entlasten sie die Kanalisation. Die Stadt honoriert dies mit einer Ermäßigung bei den Abwassergebühren. Mit 49 Cent pro Quadratmeter begrünter Dachfläche wurde der reguläre Satz halbiert.

Eine kleine Ersparnis, die auch Astrid Genge in Garath neben den anderen angenehmen Effekten ihres begrünten Bungalowdachs sowie der Garage zu schätzen weiß. Für die Unternehmerin ebenfalls wichtig: Die Lebensdauer des Dachs wird deutlich verlängert. Vor etwa sieben Jahren hatte sie einen Dachdecker mit der Begrünung beauftragt. Weil sie damals auch die Dachlukenfenster austauschen ließ - sie mussten für die Begrünung höher gelagert sein - investierte sie insgesamt um die 11.000 Euro, etwa zehn Prozent davon wurden von der Stadt gefördert.

Die positiven Effekte von grünen Dächern, Fassaden und Innenhöfen möchte die Stadt vor allem in stark versiegelten Bereichen ausbauen. Ab dem 1. Juli können sich deshalb Eigentümer von Immobilien, aber auch Vereine, Kitas, Schulen oder Seniorenheime um eine Förderung bewerben. Der Zuschuss beträgt maximal 40 Euro je Quadratmeter; der höchste Förderbeitrag pro Antragsteller und Jahr liegt bei 20.000 Euro, bei Projekten urbanen Gärtnerns bei 5000 Euro.

Auch wenn Dachdecker oft die Ausführung übernehmen, werden die Begrünungen auf Hausdächern oft von spezialisierten Architekten geplant. Wie die Entwässerung und die Sicherheit gewährleistet wird, ist schließlich von Fall zu Fall zu beachten, erklärt Britta Baukenkrodt vom Architekturbüro DHP. Die Planer betreuen auch Neubaugebiete wie beispielsweise die Fürstenhöfe am Fürstenwall. 80 Prozent der Gebäude sollen dort ein grünes Dach erhalten.

Quelle: RP
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