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Düsseldorf
Helfer bauen Republik der Kinder

Düsseldorf: Helfer bauen Republik der Kinder
Kunstpädagogin Sonja Hirschberg sucht im Lager des Akki nach Scharnieren, Schrauben und vielem mehr, damit die Kinder sich in den Ferien als Handwerker versuchen können.
Düsseldorf. In der Zeltstadt, die gerade als Teil der "Düsselferien" entsteht, haben die Acht- bis 14-Jährigen bald das Sagen. Doch bevor sie ihren Staat gestalten und regieren können, gibt es für die Organisatoren noch viel zu tun. Von Semiha Ünlü

Auf der Wiese im Südpark nimmt die Kinderzeltstadt, eine der beliebtesten Ferienaktionen vieler Düsseldorfer Kinder, zurzeit Formen an. Gestern Morgen hat der Aufbau der beiden Zelte begonnen, in denen ab Ferienbeginn ein Teil der "Republik der Kinder" untergebracht sein wird. 350 Acht- bis 14-Jährige werden dann als Handwerker, Künstler, Banker, Koch, Zirkusartist oder Politiker arbeiten, einen eigenen Bürgermeister stellen und auch mit einer eigenen Währung bezahlen. Im Hintergrund laufen die Arbeiten für das Projekt, das Teil der "Düsselferien" ist, allerdings schon viel länger.

Die rund 50 Betreuer sichten und testen zum Beispiel Räder und Hula-Hoop-Reifen für das Zirkusprojekt. FOTO: Akki

Seit vergangenem Herbst ist das Team des Vereins "Aktion und Kultur mit Kindern" (AKKI) mit der Frage beschäftigt, wie man den Kindern eine ihrer sicherlich schönsten Erinnerungen an einen Sommer bereiten und die Pläne finanziell, kreativ, organisatorisch und auch logistisch umsetzen kann. Denn das "Düsseldörfchen", unter dem viele Menschen die Zeltstadt kennen, ist ein Mammutprojekt.

In den vergangenen Tagen haben viele der rund 50 Betreuer in dem dreistöckigen Lager im Medienhafen unzählige Spielsachen, zum Beispiel für das Zirkusprojekt, gesichtet und getestet, sagt Kunstpädagogin Sonja Hirschberg. In der kommenden Woche werden die Paletten vom Medienhafen in den Volksgarten transportiert - am Steuer eines Lastwagens wird dann Kunst- und Kulturpädagoge Christoph Honig, der auch zur Geschäftsführung des Akki gehört, sitzen. Das "Düsseldörfchen" ist eben ein Projekt, in dem viel persönlicher Einsatz gefordert, viel organisatorischer und logistischer Aufwand erforderlich ist. Dazu gehört auch die Beantragung bei der Stadt, die Fläche im Südpark überhaupt nutzen zu dürfen. Die Zelte mit einer Fläche von jeweils rund 500 Quadratmetern mussten reserviert, eine Firma mit dem Transport und Aufbau beauftragt werden. Damit die Kinder und Betreuer in ihrem Staat backen, kochen und auch spülen können, wurden Wasser- und Abwasseranschlüsse gelegt, Stromkästen installiert. Auch die Technik - zum Beispiel wird es eine Videowerkstatt geben - muss geklärt, organisiert und in die Kinderzeltstadt gebracht werden. Zwei Nachtwachen werden sich darum kümmern, dass alles an seinem Platz bleibt, zwei Sanitäter die medizinische Betreuung der Kinder sicherstellen. Viel erklären müsse man den Helfern in der Regel zumindest nicht, sagt Honig, denn viele Düsseldorfer, die zum Beispiel als Techniker oder Betreuer arbeiten, seien selbst als Kind im Düsseldörfchen gewesen, kennen sich vor Ort daher gut aus. Das würde die Abstimmung und Koordination sehr erleichtern, sagt Hirschberg.

Offiziell haben die Acht- bis Vierzehnjährigen erst ab 29. Juni das Sagen in ihrer Republik, tatsächlich aber auch die Vorbereitungen beeinflusst. Denn im vergangenen Jahr waren sie gefragt worden, was ihnen gefiel und was sie vermissten. Den Bauernhof mit Hasen und Hühnern wird es auf vielfachen Wunsch in diesem Jahr wieder geben. Und einen Wunsch hat sich das Akki-Team auch selbst erfüllt: Weil das "Düsseldörfchen" in diesem Jahr 25-Jähriges feiert, hat man sich erneut für die "Republik der Kinder" als Ferienprojekt entschieden. Das sei ein Prototyp für den partizipatorischen Ansatz, den man im Akki pflegt, sagt Honig: dass Kinder selber entscheiden können, was sie tun wollen und dafür alles bekommen, was sie brauchen.

Quelle: RP
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