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Düsseldorf
Klassenausflug ins Theater

Düsseldorf: Klassenausflug ins Theater
Schauspielhaus-Intendant Wilfried Schulz (Mitte) mit den Unterstützern des Projekts "Theater.Entdecker". FOTO: Sonja Schmitz
Düsseldorf. Das Schauspielhaus lädt 1000 Schüler von der 6. bis zur 9. Klasse ein, innerhalb von zwei Schuljahren das Theater als außerschulischen Lernort zu entdecken. Sie besuchen drei Stücke und lernen das Berufsfeld bei einer Rallye kennen. Von Sonja Schmitz

Die Zeit von der 6. bis zur 9. Klasse ist eine prägende Phase, in der für Schüler die Pubertät beginnt. Das Urteil von Eltern und Lehrern tritt für sie meist - mal mehr, mal weniger - in den Hintergrund. "Wenn in dieser Zeit die Schüler das Theater als Lernbegegnungsort entdecken, kann es eine lebenslange Liebesbeziehung werden", sagt Stefan Fischer-Fels, Leiter des Kinder- und Jugendtheaters am Schauspielhaus. Sein Traum sei, dass alle Kinder in Düsseldorf mehrfach ins Theater gehen und dabei "die Kunst des Sehens und Entschlüsselns lernen".

Mit dem Pilotprojekt "Theater. Entdecker" wollen die Stadt und das Schauspielhaus diesem Ziel nun einen Schritt näher kommen. "Nur wer die Möglichkeit der Begegnung mit dem Theater hat, kann sich auch frei dafür oder dagegen entscheiden", sagt Wilfried Schulz, Generalintendant des Schauspielhauses. Auf positive Resonanz stößt das Projekt auch bei Schulleitern wie Antonietta Zeoli, die das neue Gymnasium Schmiedestraße leitet: "Meine Erfahrung ist, dass die Jugend die radikalsten Fragen an die Gesellschaft formuliert, nicht die Erwachsenen. Das Theater ist der schützende Raum für diese Fragen der Jugend."

Das Projekt ist vom 1. Dezember bis zum Sommer 2019 auf zwei Schuljahre angelegt. In der Zeit besuchen die teilnehmenden Klassen drei Stücke aus dem Angebot des Schauspielhauses, sei es im jungen Schauspiel an der Münsterstraße oder im Central. Dazu gibt es eine Theaterrallye zur Berufserkundung im Arbeitsfeld Theater. Dabei lernen die Teilnehmer das breite Spektrum der Berufe kennen - vom Theaterschuster, Requisiteur bis hin zum Schauspieler, Regisseur und Intendanten.

Für das gesamte Projekt zahlt jeder Schüler zwölf Euro. Für Einzelne, die diesen Preis nicht aufbringen können, bietet das Schauspielhaus mit Hilfe des Freundeskreises Sozialkarten an. Schulz ist es wichtig, deutlich zu machen, dass sich das Projekt an alle weiterführenden Schulen wendet, eben nicht nur an Kinder aus bildungsbürgerlichen Familien. "Theater soll so sein, dass man keine Vorbildung braucht, sondern immer ein direktes Erlebnis hat", sagt er. Eine Teilnahme soll nicht an fehlenden Transportmöglichkeiten scheitern. In den Fällen, in denen der Öffentliche Nahverkehr nicht praktikabel sei, könne die Stadt den Bustransfer zur Münsterstraße ermöglichen, sagte Jugenddezernent Burkhard Hintzsche.

Möchten die Klassen das Theatererlebnis vertiefen, können sie Kontakt mit den beiden Theaterpädagogen des Schauspielhauses aufnehmen. Sie bieten Vor- und Nachbereitungsworkshops an. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Schauspieler in die Schule einzuladen und eine Inszenierung mit ihnen gemeinsam zu schauen. Am Ende des zweiten Jahres ist für Delegierte der Klassen ein Kongress geplant, bei dem sie sich über ihre Erfahrungen austauschen und Wünsche für die künftige Spielplangestaltung äußern können. Klassen, die Interesse haben, beim Projekt "Theater. Entdecker" mitzumachen, bewerben sich bis 15. November auf der Homepage des Schauspielhauses. Die ausgewählten Klassen erhalten am 17. November eine Nachricht und eine "Entdecker.Karte" mit Stücken und Vorstellungsterminen.

Quelle: RP
 
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