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Düsseldorf
Krabbelgottesdienste für kleine Leute

Düsseldorf: Krabbelgottesdienste für kleine Leute
Pfarrer Ralf Breitkreutz bei einem Gottesdienst in der evangelischen Kita an der Vlattenstraße in Bilk FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Mit speziellen Gottesdiensten bringen Kirchengemeinden kleinen Kindern die frohe Botschaft näher. Vielen jungen Familien gefällt das. Von Beate Werthschulte

Sie heißen "Kleine Leute Kirche", "Gottesdienst für junge Menschenkinder" oder "Krabbelgottesdienst". Gottesdienste für Kleinkinder, Kindergartenkinder und deren Eltern gibt es nahezu flächendeckend in Düsseldorf, sowohl in den katholischen als auch in den evangelischen Kirchengemeinden. Sie finden in der Regel einmal monatlich statt und dauern etwa eine halbe Stunde.

Georg Lingnau, Referent für Gemeindepastoral im Katholischen Gemeindeverband Düsseldorf, hat bis vor wenigen Jahren selbst solche Gottesdienste organisiert: "Es braucht viel Einfühlungsvermögen, eine entsprechende Raumgestaltung und die Auswahl kindgerechter Musik, damit die Kinder dem Gottesdienst folgen und die Atmosphäre aufnehmen können." Wortgottesdienste eigenen sich dafür gut, sie können im Pfarrsaal oder einem geschützten Bereich innerhalb der Kirche abgehalten werden. In manchen Gemeinden finden sie samstags, in anderen sonntags parallel zur Heiligen Messe statt und im Anschluss gibt es meist beim gemeinsamen Kaffee die Möglichkeit zum Austausch.

"Das wohl profilierteste Format sind die "Gottesgeschichten" in der St. Antonius Kirche am Fürstenplatz", erklärt Lingnau. Einmal im Monat wird dort eine kindgerechte Heilige Messe, also nicht nur ein Wortgottesdienst, gefeiert. Eine biblische Geschichte oder ein religiöses Thema wird für Kinder verständlich eingebracht. Es sei keine Seltenheit, dass dann 60 oder mehr Kinder kommen, sagt Lingnau. Gerade jungen Familien gefalle dieses Angebot sehr gut.

Im Pfarrsaal der St. Rochus Kirche in Pempelfort findet jeden zweiten Sonntag im Monat die "Kleine Leute Kirche" statt. Die Wortgottesdienste orientieren sich an kirchlichen Festen oder Geschichten aus der Bibel. Zum Schluss bekommt jedes Kind ein kleines Geschenk, das es an das Thema erinnern soll - zum Beispiel ein Pflasterpäckchen zur Erinnerung an den heiligen Samariter.

Ähnlich wie die katholischen Kirchengemeinden organisieren viele evangelische Kirchen ihre Gottesdienste für Kinder. Manche finden sonntags parallel zu den Gottesdiensten für die Erwachsenen statt, andere an unterschiedlichen Wochentagen. Regelmäßig wird auch hier im Anschluss ein gemütliches Beisammensein mit Kaffee und Kuchen oder, je nach Uhrzeit, sogar mit einem Mittagessen angeboten.

Pfarrerin Monika Förster-Stiel gestaltet gemeinsam mit Vikarin Kara Bredal an jedem ersten Mittwoch im Monat den "Gottesdienst für junge Menschenkinder" in der Gustav-Adolf-Kirche in Gerresheim. Um die Aufmerksamkeit der Kinder zu gewinnen, benutzt Förster-Stiel eine Handpuppe namens Kirchen-Karlchen. "Die Puppe unterhält sich mit den Kindern und singt gemeinsam mit ihnen", erklärt Förster-Stiel. Zudem gibt es bestimmte Rituale, die für Momente der Stille sorgen. Orgelspiel und Klangschalentöne tragen dazu bei, dass selbst die Kleinsten bei der Sache bleiben.

Auch beim "Gottesdienst für kleine Leute", der jeden zweiten Samstag im Monat in der Kapelle der Matthäikirche in Düsseltal stattfindet, setzt man auf wiederkehrende Elemente. "Wir singen beispielsweise zu Beginn immer das gleiche Lied", erläutert Pfarrer Peter Andersen, mit dessen Unterstützung ein ehrenamtliches Team von jungen Müttern die Gottesdienste gestaltet. "Im Mittelpunkt stehen unterschiedliche Aktionen wie kleine Theaterstücke, bei denen wir die Kinder einbeziehen", berichtet Andersen.

Quelle: RP
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