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Düsseldorf
Mann wegen Brandanschlags auf Amt angeklagt

Düsseldorf. Für einen Brandanschlag auf ein städtisches Bürohaus nahe der Polizeiwache Oberbilk muss ein Obdachloser heute vor Gericht. Ende November 2015 soll der 44-Jährige aus Frust, weil er sich vergeblich um eine Wohnung bemüht hatte, drei Molotow-Cocktails gegen Haustür und Fassade des Amtes für soziale Sicherung an der Bogenstraße geschleudert haben. Wenn er schon keine Wohnung bekomme, wolle er wenigstens im Gefängnis Obdach finden, gab er später an. Das ist ihm gelungen. Die Anklage geht von schwerer Brandstiftung aus.

Nach einem Arbeitsunfall bezieht der Mann eine kleine Rente. Dass er vor dem Winter keine Wohnung fand, dafür machte er das Amt verantwortlich. Die Anklage geht davon aus, dass der 44-Jährige drei Bierflaschen mit Benzin füllte, das Papier anzündete, das er als Docht benutzte, und die Flaschen gegen das Amt schleuderte. Gegen einen Zeugen, der ihn daran hindern wollte, holte der 44-Jährige angeblich noch mit einer Axt aus, verfehlte ihn allerdings. Bei der Festnahme und der Unterbringung in U-Haft soll der Angeklagte alle Vorwürfe gestanden haben. Er bestritt jedoch, die Lunten angezündet zu haben. Mehrere Zeugen schilderten das Gegenteil. Zudem sagten sie aus, der Mann habe angetrunken gewirkt, aber nicht völlig betrunken. Hält das Gericht die Vorwürfe für zutreffend, droht ihm allein für den Brandanschlag mindestens ein Jahr Haft.

(wuk)
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