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Düsseldorf
Mieten und Preise steigen auch im Umland

Düsseldorf. Weil viele in Düsseldorf keine Wohnung finden, weichen sie nach Neuss oder Ratingen aus. Von Thorsten Breitkopf

Makler beobachten eine Zweiteilung des Immobilienmarktes in der Region Düsseldorf. Im höheren Preissegment - egal ob zur Miete oder zum Kauf - stagnieren die Preise. Vor zwei Jahren herrschte für das Luxussegment der Eindruck, die Preise kennen kein oberes Ende. Die Steigerungsraten waren lange zweistellig. Die Zeiten sind vorbei, wohl eine Folge der intensiven Bautätigkeit im Hochpreis-Segment.

Bei Wohnungen im niederen und mittleren Miet- und Kaufpreisbereich sind die Kosten hingegen weiterhin gestiegen. Erhöhungen gab es auch in vielen Umlandgemeinden. Insbesondere in Neuss, Mönchengladbach und Ratingen stiegen die Mieten und Preise: je nach Stadt und Lage zwischen fünf und zehn Prozent. Dies geht aus dem neuen Immobilienpreisspiegel 2016 des Ring Deutscher Makler (RDM) Düsseldorf hervor.

Die Preise für freistehende Einfamilienhäuser erhöhten sich in der Landeshauptstadt in den zurückliegenden zwölf Monaten - je nach Lage und Ausstattung - um sechs bis neun Prozent. So kostet ein freistehendes Einfamilienhaus im Wiederverkauf in mittelguten Lagen wie Unterrath und Unterbach etwa 490.000 Euro - und damit neun Prozent mehr als vor einem Jahr. An guten Standorten wie in Stockum müssen etwa 750.000 Euro (plus 7 Prozent) und an sehr guten Standorten wie im Zooviertel oder in Oberkassel unverändert 1,15 Millionen Euro eingeplant werden.

In Neuss müssen 350.000 Euro (plus sechs Prozent) eingerechnet werden, in Ratingen 325.000 (plus zwei Prozent). Einzig in Mettmann gingen die Preise in diesem Segment um drei Prozent zurück - von knapp 300.000 auf 290.000 Euro.

Während die Kaltmieten für Gebrauchtwohnungen in sehr guten Lagen Düsseldorfs sowie vieler Umlandgemeinden stabil blieben, gab es an einfachen, mittelguten und guten Standorten Steigerungen zwischen einem und elf Prozent. So kletterten für Gebrauchtwohnungen in guten Lagen der Landeshauptstadt die Kaltmieten von 10 auf 10,50 Euro pro Quadratmeter. In Mönchengladbach erhöhten sie sich von 6,50 auf 7 Euro (plus acht Prozent), in Krefeld und Neuss blieben sie in diesem Segment konstant bei 6,50 beziehungsweise 8,50 Euro. In Ratingen erhöhten sie sich moderat um ein Prozent auf 9,60 Euro, in Viersen um zwei Prozent auf 6,10 Euro und in Mettmann um sieben Prozent auf 7,50 Euro.

RDM-Vorsitzender Jörg Schnorrenberger kritisiert das Land wegen seiner in seinen Augen konträren Wohnungsbaupolitik. "Der Forderung nach mehr neuen Wohnungen stehen viele politische Hemmnisse entgegen. Die Grunderwerbsteuer wurde auf 6,5 Prozent angehoben, lange Bearbeitungszeiten bei Baugenehmigungen und die Mietpreisbindung behindern den Wohnungsbau. Das ist wie in der DDR mit den Bananen, man kann nicht willkürlich Preise festlegen und sich dann wundern, dass keine Waren da sind", sagt Schnorrenberger.

Quelle: RP
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