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Düsseldorf
Neue Jobs für behinderte Menschen

Düsseldorf: Neue Jobs für behinderte Menschen
Sezer Er (l.) rangiert mit dem Schubmaststapler durch die Werkhalle an der Theodorstraße. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Die Werkstatt für angepasste Arbeit eröffnet am Wochenende mit einem Fest ihren neuen Standort an der Theodorstraße in Rath. Dort gibt es 160 Arbeitsplätze. Von Beate Werthschulte

Rund 1500 Menschen mit unterschiedlicher geistiger, körperlicher sowie schwerstmehrfacher Behinderung sind bei der Werkstatt für angepasste Arbeit (WfaA) beschäftigt. 160 Arbeitsplätze gibt es in der neuen Betriebsstätte an der Theodorstraße in Rath. Bezogen wurde diese bereits, am Samstag wird sie mit den Beschäftigten, ihren Familien und vielen geladenen Gästen feierlich eröffnet.

Insgesamt hat die WfaA im gesamten Stadtgebiet acht Betriebsstätten und vier Einzelhandelsläden. Der alte Standort "Im Liefeld" entsprach nach rund 40 Jahren vor allem wegen der fehlenden Barrierefreiheit nicht mehr den heutigen Standards. Zudem wollte die WfaA neben ihrer im vergangenen Jahr eröffneten Betriebsstätte in Angermund weitere Arbeitsplätze im Norden der Stadt schaffen. Entstanden ist dafür im Gewerbepark Rath ein aus zwei miteinander verbundenen Gebäudeteilen bestehender Neubau, der mit 5800 Quadratmetern genügend Platz für 160 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung bietet.

Bis zu 100 von ihnen arbeiten hier in den Bereichen Kleinmontage, Konfektionierung sowie Verpackung mit Karton und Folie. So verpacken sie beispielsweise Besteck oder Flaschen für unterschiedliche Unternehmen. Oder sie kümmern sich, wie der 29-jährige Sezer Er, im Lager um die An- und Ablieferung der Waren. Mit einem so genannten Schubmaststapler rangiert er konzentriert und routiniert zwischen den hohen Regalen. "Er ist nach Abschluss seiner Schulzeit im Jahr 2003 zur WfaA gekommen und seitdem als Lagerist bei uns tätig. Selbstverständlich hat er einen Führerschein für den Stapler", erzählt Andreas Bartsch, Abteilungsleiter der Betriebsstätte Theodorstraße. Sezer Er ist, genau wie seine Kollegen, zufrieden mit seinem neuen Arbeitsplatz. Lager und Werkhalle liegen hier nämlich, anders als in der alten Betriebsstätte, auf einer Ebene und sind nur durch ein Schnelllauftor und eine Tür getrennt, das erleichtert und beschleunigt die Arbeit enorm.

Maximal 60 Menschen mit schwerstmehrfacher Behinderung werden zudem am neuen Standort im Heilpädagogischen Arbeitsbereich beschäftigt und betreut. Viele von ihnen haben erstmals die Möglichkeit, selbstständig und ohne Unterstützung ihre Kollegen beispielsweise in der Werkhalle zu besuchen, da alle Räume ebenerdig und somit barrierefrei erreichbar sind. "Sie genießen das sehr und freuen sich, nun ganz unproblematisch ihre sozialen Kontakte pflegen zu können", erklärt Bartsch. Als Highlight, so Bartsch, gibt es in der Betriebsstätte Theodorstraße einen "Snoezelen Raum". "Dieser Raum dient der Ruhe und Entspannung, verschiedene Lichteffekte sowie Musik vermitteln Wohlbefinden, die Sinne werden stimuliert", erläutert der Betriebsleiter. Solche "Snoezelen Räume" werden bereits seit geraumer Zeit zur Therapie schwerstbehinderter Menschen eingesetzt.

Darüber hinaus verfügt die neue Betriebsstätte über eine große, helle Kantine. Zukünftig soll es, so Andreas Bartsch, ein Verpflegungsangebot, beispielsweise Frühstück und Mittagessen, für die im Gewerbepark ansässigen Unternehmen geben.

Quelle: RP
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