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Düsseldorf
Neuer Prozess der Aldi-Familie gegen Kunstberater Achenbach

Helge Achenbach am Tag des Urteils
Helge Achenbach am Tag des Urteils FOTO: dpa, ve fpt
Die Prozessserie zwischen der Familie des verstorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht und dem inhaftierten Kunstberater Helge Achenbach ist in eine weitere Runde gegangen. Die Albrecht-Familie fordert in einem neuen Verfahren von Achenbach und dessen Ehefrau Dorothee 980 000 Euro zurück. Das Geld hatte Albrecht beim Kauf von vier Bronzeskulpturen des spanischen Künstlers Juan Muñoz gezahlt.

Nach Ansicht der Kläger handelt es sich bei den Bronze-Skulpturen um nicht autorisierte Nachgüsse und damit Fälschungen, weil sie nicht vom Nachlass des 2001 gestorbenen Muñoz zertifiziert worden seien.

Nach Darstellung Achenbachs sind es dagegen Originale, die zu einer vom Künstler autorisierten "zweiten (Teil-)Serie" gehören. Richter Joachim Matz erklärte zum Prozessauftakt am Dienstag, die Frage, ob die umstrittenen Skulpturen von der Künstlerseite autorisiert worden seien, müsse in der Beweisaufnahme geklärt werden. Eine Entscheidung will das Gericht am 29. März verkünden.

Achenbach sagt als Zeuge aus FOTO: dpa, rwe fdt

Achenbach hatte erklärt, er habe die vier Objekte seiner Frau Dorothee im Jahr 2003 zu deren 40. Geburtstag geschenkt. Diese habe sie dann 2009 nach Vermittlung ihres Ehemannes an Albrecht verkauft.

Helge Achenbach war im März 2015 wegen Millionenbetrugs an seinem 2012 gestorbenen Duzfreund Albrecht zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. In einem früheren Zivilprozess war Achenbach bereits zur Zahlung von fast 20 Millionen Euro an die Albrecht-Familie verurteilt worden. In dem Berufungsverfahren wird derzeit ein Vergleich zwischen den Parteien verhandelt.

In einem weiteren Prozess klagt eine der wenigen nicht insolventen Firmen Achenbachs gegen die Albrecht-Familie auf Herausgabe von sechs Kunstwerken von Joseph Beuys, Stephan Balkenhol, Jonathan Meese und Julian Opie. Diese und andere Arbeiten waren 2014 durch die Albrecht-Familie in Achenbachs Haus gepfändet worden. Die Objekte seien Eigentum der Firma AAC und nicht Privatbesitz des Kunstberaters, sagte Achenbachs Anwalt. Das ebenfalls für Dienstag angesetzte Verfahren wurde vertagt. Die umstrittenen Kunstwerke sind nach Angaben des Gerichts inzwischen als Bestandteil der Insolvenzmasse versteigert worden.

(lnw)
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