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Düsseldorf
Papagei beißt Zoohandel-Kunden

Düsseldorf. Über eine Gewaltattacke eines tierischen "Angeklagten" muss jetzt das Landgericht urteilen. Ein Papagei steht unter Verdacht, einen 45-jährigen Kunden in einem Zoohandel in Rath angegriffen, sich in dessen Finger verbissen und dessen Lederjacke zerfetzt zu haben.

Das Papageien-Opfer verlangt vom Zoohändler jetzt Schadensersatz und Schmerzensgeld. Ob der angeblich bissige Vogel im Prozess (27. September, 10.30 Uhr, Saal 2.111) in eigener Sache vor der 6. Zivilkammer auftreten muss, ist aber ungewiss.

Eigentlich wollte der Kläger nur einen vergleichsweise harmlosen Hamster kaufen. Der Kläger betont, er habe den auf einem Käfig in etwa 1,70 Meter Höhe sitzenden Papagei im Vorbeigehen nicht provoziert. Trotzdem sei der Papagei direkt zum Angriff übergegangen und habe sich derart im rechten Zeigefinger verbissen, dass es auch dem Zoohändler nur mit Mühe gelang, den Kunden von dem Tier zu befreien. Doch kaum wieder auf dem Käfig abgesetzt, habe sich der Vogel erneut auf den Kläger gestürzt, diesmal dessen 400 Euro teure Lederjacke zerfetzt. Ob der Kläger trotzdem noch einen Hamster kaufte, ist nicht überliefert.

Auch über das Geschlecht des Vogels ist aktuell nichts bekannt. Von Weibchen sollen solche Attacken nur zu Brutzeiten zu erwarten sein. Ob der Vogel den Besucher irrtümlich für einen Artgenossen hielt, deshalb mit ihm die Rangordnung klären wollte, ist ebenso ungeklärt. Das Gericht holte zwar ein Gutachten ein - aber nur zu den Verletzungen des Klägers. Der macht jetzt nicht nur Ersatz für seine Lederjacke geltend, sondern auch 5000 Euro als Verdienstausfall, weil er als Finanzberater durch die Vogel-Attacke für mehrere Wochen außer Gefecht gesetzt worden sei. Die Bisswunde am Finger habe sich entzündet und stark geschmerzt. Die Gerichtsverhandlung ist öffentlich.

(wuk)
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