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Düsseldorf
Pianisten gesucht - für 26 Stunden langes Konzert

Düsseldorf. Ein Konzert wie in der Endlosschleife: So wird es sich wohl am Samstag im Partika-Saal der Robert-Schumann-Hochschule anhören, wenn Musiker 840-mal dasselbe Klavierstück spielen werden. Die Idee zu einem der längsten Konzerte der Welt hatte Klavierdozent Tobias Koch, der Hobby-Musiker zum Mitmachen einlädt. Gespielt wird ab 12 Uhr "Vexations" (franz. Quälereien) des französischen Komponisten Erik Satie, das aus einem kurzen, zweizeiligen Klavierstück besteht. "Jeder, der etwas Klavier spielen kann, darf sich an unseren Flügel im Partika-Saal setzen und die Performance gestalten", sagt Koch. Wer mitmachen will, kann am Samstag spontan im Saal an der Fischerstraße 110 vorbeischauen oder per E-Mail an vexations@rsh-duesseldorf.de mitteilen, wann er gerne spielen würde. Das Konzert soll 26 Stunden lang dauern, jeder Musiker kann das Stück auch mehr als einmal auf dem Steinway-Flügel spielen. Die Noten gibt es im Internet (www.rsh-duesseldorf.de/veranstaltungen/details/2016-01-27-kammermusik). Zum Üben steht vor Ort ein Keyboard bereit.

"Manche halten ,Vexations' für Saties größten und zugleich erfolgreichsten Bluff oder Unsinn, andere interpretieren es als ersten Vorläufer der Zwölftonmusik Schönbergs beziehungsweise der seriellen Musik der 1950er Jahre, die alle zwölf Töne der Skala gleichwertig behandelt und nach strikten Schemata verwendet", sagt Musikwissenschaftler Golo Föllmer. Wieder andere würden das Stück aber auch als einen Versuch sehen, "Langeweile künstlerisch-produktiv zu nutzen, als Spiel mit endlosen Wiederholungen, dessen Gleichförmigkeit schon der Stille nahekommt".

(semi)
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