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Preisnachlass
Düsseldorfer Bordell bietet Rabatt für Beamte

Mein erstes Mal im Bordell
Mein erstes Mal im Bordell FOTO: Young, David
Düsseldorf. Immer sonntags und montags müssen Beamte weniger Eintritt für ein Düsseldorfer Luxusbordell bezahlen – gegen Vorlage des Dienstausweises. Jetzt warnt der Deutsche Beamtenbund: Wer das pikante Angebot annimmt, könnte Schwierigkeiten bekommen.  Von Franziska Hein

Wellnessbereich, Restaurant, Bar und natürlich viele Zimmer für intime Dienstleistungen – damit wirbt ein Düsseldorfer FKK-Club auf seiner Internetseite. Aber das ist noch nicht alles.

So gibt es spezielle Sonderangebote für Junggesellenabschiede. Taxifahrer und Rentner wiederum müssen sonntags und montags nur 40 statt 50 Euro Eintritt zahlen, wenn sie sich ausweisen können.

Dasselbe Angebot gilt auch für Beamte. Sie müssen ihren Dienstausweis vorlegen, wenn sie den Rabatt in Anspruch nehmen wollen.

Damit wirbt das Bordell auf seiner Internetseite. FOTO: Screenshot Oceans

Ein Mitarbeiter des Etablissements sagte unserer Redaktion, dass Beamte eine "große regionale Gruppe" bilden, die der Club mit der Aktion ansprechen will. Ob Beamte aber auch tatsächlich eine große Kundengruppe bilden, wollte er aus Diskretionsgründen nicht sagen.

Das Angebot ist für Beamte durchaus problematisch. Zwar dürfen Beamte Geschenke im Wert von zehn Euro annehmen, doch einen Dienstausweis darf man nicht für private Zwecke einsetzen. Das sagt Johanna Muschalik, Sprecherin des Deutschen Beamtenbundes (DBB) in NRW. 

Darüber hinaus gibt es noch ein weiteres Problem mit dem Rabatt gegen Vorlage des Dienstausweises. "Jeder Beamte müsste sich sehr gut überlegen, ob er nicht in den Verdacht der Vorteilsnahme geraten kann", sagt Muschalik. 

Berufsverband der Sexarbeiter kennt keine ähnlichen Angebote

Denkbar wäre etwa der Fall eines Ordnungsamtsmitarbeiters, der das Bordell besucht, den Preisnachlass bekommt - und einige Tage später im gleichen Etablissement eine Personenkontrolle machen soll.  

Ob eine Strafe droht, hänge vom Einzelfall ab, sagt die Sprecherin des DBB. Liegt tatsächlich ein Fall von Vorteilsannahme vor, droht Beamten eine Geld- oder Haftstrafe.

Undine de Rivière vom Berufsverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen kennt solche Angebote nicht. "Das ist schon ungewöhnlich", sagt sie. Ob unter Bordellbesuchern allgemein besonders viele oder besonders wenige Beamte seien, könne sie nicht einschätzen. "Oft wissen wir gar nicht, was unsere Kunden beruflich machen."

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