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Düsseldorf-Süd
Projekt Südstadt geht weiter

Düsseldorf-Süd. Die mehr als 50 Jahre alten Kabel werden von Eller bis Urdenbach erneuert. Die Trasse ist rund zehn Kilometer lang. Deshalb gibt es zahlreiche Baustellen und immer wieder Unwägbarkeiten. Von Birgit Wanninger

Ob Forststraße oder Hildener Straße, ob in Holthausen oder Benrath, es gibt Baustellen über Baustellen - und viele haben mit dem Projekt Südstadt zu tun.

Seit 2015 lassen die Stadtwerke buddeln. Ihre Tochterfirma, die Netzgesellschaft, verlegt Kabel. Konkret 110-KV-Erdkabel. Denn in Düsseldorf werden die Starkstromleitungen unterirdisch und nicht über Hochspannungsleitungen transportiert. Und die Kabel sind seit mehr als einem halben Jahrhundert, teilweise sogar seit mehr als 60 Jahren nicht mehr erneuert worden, sprich, sie sind alt.

Von Eller bis Urdenbach geht das Projekt. Dafür mussten fünf alte Umspannwerke abgebaut und durch zwei neue ersetzt werden. Über eine Trasse von rund zehn Kilometern Länge müssen Kabel verlegt werden. Begonnen hat alles an der Eller Kirchstraße, das Kabelwerk verläuft unter anderem über die Reisholzer Bahnstraße, die Nürnberger Straße und Paul-Thomas-Straße sowie entlang der Münchener Straße und des Buchholzer Busches und endet am Umspannwerk am Wittenberger Weg. Dort wird ein neues Umspannwerk errichtet. Das zweite an der Ecke Nürnberger Straße/Henkelstraße.

Und wenn schon einmal der Boden aufgerissen ist, immerhin wird in einer Tiefe von mindestens 1,50 Meter gearbeitet, dann können auch an manchen Stellen neue Gasleitungen und Mittelspannungsleitungen (10 KV) verlegt werden. "Unser Ziel ist es, im Sommer 2018 fertig zu sein", sagt Stadtwerke-Sprecher Michael Pützhofen.

Doch beim Projekt Südstadt gab es immer wieder Unwägbarkeiten, konnten die anberaumten und versprochenen Baustellen-Zeiten nicht eingehalten werden. Vor allem bei den Bürgern stieß das immer wieder auf Unverständnis. Darauf haben die Stadtwerke reagiert und informieren Betroffene und die Öffentlichkeit jetzt regelmäßig über Baustellenverlängerungen und deren Gründe.

Da sind es die Witterungsbedingungen, die Bodenbeschaffenheit, da werden Felsen im Boden gefunden, die Mehrarbeit verursachen. "Ganz zu schweigen von Notfällen, bei denen die Mitarbeiter irgendwo anders gebraucht werden und sich der ganze Zeitplan verschiebt", sagt Pützhofen. Er erinnert an den Wasserrohrbruch am Schwarzen Weg/Buchholzer Busch, wo die Straße einsackte und sich die Arbeiten über Wochen verzögerten.

Nicht zu vergessen die ganzen Absprachen, ob mit der Rheinbahn dem Amt für Verkehrsmanagement, dem Kanalbauamt, der Telekom und, und, und. Da stecke jede Menge Logistik dahinter, sagt der Stadtwerke-Sprecher, und eine Unwägbarkeit kann alles auseinanderdriften lassen.

Beispielsweise sind die Stadtwerke dem Wunsch der Rheinbahn nachgekommen und arbeiten auf der Henkelstraße, wo es so gut wie keine Anwohner gibt, nur nachts, weil dort hoch frequentierte Buslinien fahren.

Und wofür das Ganze? "Die Anforderungen an die Netzinfrastruktur haben sich in den vergangenen Jahren erheblich verändert", erklärt Jürgen Schneider von der Netzgesellschaft und verantwortlicher Projektleiter. Laut Planungsstand ist die Verlegung der 110-KV-Kabel weitgehend abgeschlossen, aber an Kommunikationseinrichtungen wie Steuerkabel wird noch gearbeitet.

Rund 28 Millionen Euro investiert die Netzgesellschaft in die neue Strominfrastruktur im Düsseldorfer Süden. Ziel ist eine "effiziente, sichere und flexible Energieversorgung" in einem Gebiet, in dem sich die Anforderungen an die Energieinfrastruktur insbesondere durch die Schließung oder Verlagerung von großen Industriebetrieben erheblich verändert haben.

Folgende Maßnahmen sind noch im Gange: Nürnberger Straße Dort ist die Kabelzufuhr zum Teil schon erfolgt. Die Tiefbauarbeiten sind ab- und erste Kabel angeschlossen. Momentan werden die Muffen ins Kabelsystem eingearbeitet. Henkelstraße Nachtarbeiten sind noch bis Ende Mai geplant. Es gab einen Zeitverlust wegen der Bodenbeschaffenheit - wie zum Beispiel der Fund größerer Mauerreste. Am Trippelsberg Die Verfüllungsarbeiten laufen, die Kabelzufuhr ist fast fertig. Die Arbeiten verzögern sich, weil die Anlieger-Firmen nur in sehr engen Zeitfenstern aus der Wasserversorgung herausgenommen werden können. Neue Fertigstellungstermin ist hier Ende Mai.

Wittenberger Weg Die Trafobox muss freigehalten werden bis Ende Mai. Schwarzer Weg Dort haben die Tiefbauarbeiten an der Hildener Straße begonnen. Die Arbeiten sollen rund acht Wochen dauern und wahrscheinlich Anfang Juni abgeschlossen sein.

Quelle: RP
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