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Düsseldorf-Süd
Radschnellweg - Zickzack durch Benrath

Düsseldorf-Süd. Der Rat soll in der Sitzung Mitte Dezember den Weg für die Detail-Planung freigeben. Derweil will Monheim aus dem vom Land geförderten Projekt aussteigen und die Verbindung nach Garath selber bauen. Von Andrea Röhrig, Heike Schoog und Torsten Thissen

Wenn der Rat der Stadt in seiner Sitzung am 15. Dezember sein Okay dafür gibt, dass die Verwaltung den Radschnellweg von Neuss über Düsseldorf nach Monheim und Langenfeld planen und berechnen soll, haben sich die Voraussetzungen bereits geändert: Monheim steigt aus dem gemeinsamen Projekt mit einem Kosten-Volumen von rund 55 Millionen Euro aus.

Im Laufe der nächsten Woche will die Politik in Monheim einen entsprechenden Beschluss fällen. Doch die geplante Weiterführung von Garath nach Monheim soll trotzdem realisiert werden. Die kleine Nachbargemeinde hat sich entschieden, ihren Teil einfach selbst zu bauen. Und das kann viel schneller gehen als die große Lösung, die erst ab 2020 realisiert werden könnte. Voraussetzung für deren Umsetzung ist, dass tatsächlich die angekündigten Landesmittel in Höhe von 80 Prozent fließen.

Ein Aussteig Monheims gefährdet aber nicht das gesamte Projekt. Diese Auffassung vertritt die Stadt Düsseldorf: "Beim Bau von Radschnellwegen ist die Forderung des Landes Nordrhein-Westfalen, dass mehrere benachbarte Kommunen den Antrag stellen. Im Falle des Radschnellweges Süd wären, selbst nach einem möglichen Ausstieg von Monheim, neben der Landeshauptstadt Düsseldorf noch die Kommunen Neuss und Langenfeld mit im Boot. Insofern hätte ein Ausstieg von Monheim keine Folgen im Hinblick auf die Zuwendungen des Landes", heißt es aus der Stadtverwaltung.

Bei der Bezirksregierung Düsseldorf ist ein eventuelles Ausscheiden der Stadt Monheim noch nicht kommuniziert. Mit Vorhersagen, wie und ob das Projekt noch gefördert wird, hält man sich dementsprechend zurück. "Bevor wir hierzu eine Einschätzung abgeben könnten, würden wir entsprechende Informationen der Stadt benötigen", heißt es nur schmallippig.

Nach jetziger Planung, die diese Woche auch von den Politikern im Verkehrsausschuss diskutiert wurde, soll der Radschnellweg von der Neusser Innenstadt mit Rhein-Querung der Kardinal-Frings-Brücke über Volmerswerth und Flehe zur Heine-Uni und von dort weiter durch Wersten und Holthausen mitten durch Benrath nach Garath führen. Dort, wo in Hellerhof die Rudolf-Breitscheid-Straße auf den Hellerhofweg trifft, soll nach wie vor ein Arm nach Monheim abzweigen, der andere führt über Hellerhof-Ost nach Langenfeld.

Alles in allem ist das eine Strecke von 30 Kilometer Länge. Ein großes Stück führt entlang der Münchener Straße und trägt dort seinen Namen Radschnellweg zu Recht - wenn man davon absieht, wie an den Straßenkreuzungen derzeit die Weiterführung geplant ist. Einen Engpass gibt es zudem dort, wo die Münchener Straße als Hochstraße auf die Bonner Straße trifft. Da werden Radfahrer einmal runter und dann wieder rauf geführt.

Holger Odenthal, stellvertretender Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement, verweist darauf, dass das jetzt vorliegende Papier nur die Machbarkeitsstudie sei: "Damit haben wir erst einmal gezeigt, dass es funktioniert." Nach einem positiven Beschluss im Stadtrat gehe es dann an die Detailplanung - auch für jeden einzelnen Kreuzungsbereich. "Da geht es dann beispielsweise darum, ob eine Brücke oder besser eine Unterführung gebaut werden soll."

Ab Benrath verdient die Straßenführung den Namen Radschnellweg nicht mehr. In Höhe Karl-Hohmann-Straße, dort, wo derzeit eine Fußgängerbrücke zum Spektakulum führt, soll eine neue breitere Brücke dann auch von den Radfahrern genutzt werden. Von dort aus geht es mitten durch Benrath bis zum Anschluss an die Koblenzer Straße im Zickzack: Hospitalstraße, Weststraße, Erich-Müller-Straße, Benrather Schlossallee, Kreuzung Hildener Straße/Urdenbacher Allee, Regerstraße, Humperdinckstraße, Brucknerstraße, Haydnstraße, Koblenzer Straße.

Auch die Verkehrspolitiker sahen in der Ausschusssitzung diese Streckenführung kritisch, berichtet Odenthal, der eingesteht, dass das nicht das Optimum ist. Auf Wunsch von Norbert Czerwinski von den Grünen werde es demnächst ein Treffen genau zu dieser Wegführung geben. Auch für Erich Welski, der für die Grünen in der Bezirksvertretung 9 sitzt, ist das nicht das, was er sich gewünscht hat: "Das ist gerade auf dem Benrather Stück nicht der große Wurf", sagte er gestern auf Anfrage.

Wenn die Planer nicht auf die Kosten schauen müssten, dann wüsste Holger Odenthal, was er sich für dieses Teilstück in Benrath vorstellen könnte: Den Radschnellweg weiter an der Münchener Straße entlang bis hinter den Bahnhof führen. "Vielleicht gibt es ja bautechnisch eine Möglichkeit, an die Hochstraße etwas anzubauen."

Quelle: RP
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