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Düsseldorf
Uni-Klinik macht weniger Verlust

Düsseldorf: Uni-Klinik macht weniger Verlust
Düsseldorfs Uni-Klinik. FOTO: Uniklinik Düsseldorf
Düsseldorf. Defizit konnte 2014 um 2,5 Millionen Euro gesenkt werden. Der neue Ärztliche Direktor will zusätzliche Ärzte und Pflegekräfte einstellen. Die Klinik soll als Arbeitgeber attraktiver werden. Von Uwe-Jens Ruhnau

Die Universitätsklinik hat 2014 mit einem geringeren Defizit abgeschlossen als erwartet. Noch im September ging die Leitung von einem Minus von 15 Millionen Euro aus. Das vorläufige Jahresergebnis nennt nun ein um 2,5 Millionen Euro besseres Ergebnis. "Wir haben uns in den letzten fünf Monaten um 25 Prozent verbessert", sagt Klaus Höffken, der Ärztliche Direktor der Uni-Klinik. Vor allem wurde die Bettenauslastung erhöht. "Wir haben keinen Patienten abgewiesen und lagen bei 90 bis 92 Prozent."

Höffkens Ziel ist es, 2017 wieder ein ausgeglichenes Ergebnis vorweisen zu können. Seit 2012 schreibt die Uni-Klinik rote Zahlen, unter anderem wegen der verzögerten Eröffnung des Operativen Zentrums II und teils zu teuren diagnostischen Leistungen. So wird auch in der Uni-Klinik, um nur ein Beispiel zu nennen, zu viel geröntgt. Da die ersten drei Monate des neuen Jahres ebenfalls gute Zahlen brachten, hofft Höffken, dass das Defizit 2015 niedriger ausfällt als die kalkulierten 18 Millionen Euro. Ursachen sind unter anderem Tariferhöhungen, Investitionen in die Medizintechnik und ein neuer OP im Herz- und Gefäßzentrum.

Die verbesserten Zahlen haben die Mitarbeiter erwirtschaftet. "Wir haben auf der Leistungsseite enorm zugelegt", sagt Höffken, "aber man kann einen Marathon nicht in Sprintgeschwindigkeit laufen." Es sollen deswegen zusätzliche Ärzte und Pflegekräfte eingestellt werden. Die sind schwer zu bekommen, die Knappheit hat schon zu Problemen geführt. "Wir konnten im Intensivbereich Betten nicht aufmachen, weil uns das Personal fehlte."

Höffken will neue Werbemaßnahmen einleiten, aber auch daran arbeiten, dass die Uni-Klinik ihre Attraktivität als Arbeitgeber erhöht und etwa das Gesundheits- und Eingliederungsmanagement verbessert. Eine zweite Kita auf dem Klinik-Campus soll 2016 gebaut werden. Der Bau der dritten Kita soll vorgezogen werden, vermutlich ebenso der Bau eines Fitness-Studios.

Hauptaufgabe bleibt aber, Kosten zu verringern und profitable Bereiche noch besser auszulasten. Dazu gehören die Kardiologie, die Innere Medizin, die Onkologie und die Neuromedizin. Zudem sind zwei neue Kliniken im Krankenhausplan des NRW-Gesundheitsminsteriums angemeldet. Die Klinik für Geriatrie soll 24 Betten haben und eher medizinische Klinik als Versorgungseinrichtung sein, sie wird auch mit einer akademischen Professur ausgestattet. Während es mit dieser 2015 klappen könnte, wird bei der Klinik für Psychosomatik (zwölf Plätze Tagesklinik, zwölf stationär) noch mit dem Landschaftsverband (LVR), der auch das Landeskrankenhaus Grafenberg betreibt, gerangelt. Der LVR will die Trägerschaft für diese Klinik, obgleich sie auf dem Areal der Uni-Klinik liegen soll, und bezieht sich auf die Landespolitik. Höffken sieht die Klinik dagegen in seinem Haus - der Uni-Klinik müsse Gelegenheit gegeben werden, ihre wirtschaftliche Situation weiter zu verbessern.

Quelle: RP
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