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Düsseldorf
Wie Mundart die Mentalität einer Region ausdrückt

Düsseldorf. "Jede Region liebt ihren Dialekt, sei er doch eigentlich das Element, in welchem diese Seele ihren Atem schöpfe", meinte einst Johann Wolfgang von Goethe. Wenn das stimmt, ist die Seele der Düsseldorfer doch etwas verkümmert. Düsseldorfer Mundart spielt in alltäglichen Gesprächen auf der Straße, in Büros oder Geschäften kaum eine Rolle. "Ich bin zwar mit Platt aufgewachsen, aber mir wurde in der Schule der Gebrauch regelrecht ausgetrieben", sagt der Kabarettist Frank Küster. Von Tino Hermanns

Beim 1. Dohenger Festival im Kulturbahnhof Gerresheim, das rheinischer Mundart und rheinische Lebenskultur verbindet, sollte Platt endlich mal eine übergeordnete Rolle spielen. "Wir suchen mit unterschiedlichen Methoden danach, wie man Menschen untereinander und mit Kultur verbinden kann", erläutert Carsten Reinhold Schulz, Dohenger-Initiator und -Organisator. Es gab Läsonge (Lesungen), Jesang (Gesang), Vördräje (Vorträge), Verzälkes (Erzählungen), kabarettestesche Beidräch (kabarettistische Beiträge) mit dem Wahl-Rheinländer Konrad Beikircher als Top-Act und rheinisch-kulinarische Spezjaletäte. "Ich habe versucht, das Programm so zusammenzustellen, dass verschiedene Aspekte sichtbar werden", berichtet Schulz. Dabei wurde die Rückbesinnung auf Heemot (Heimat) im Zuge der Jlobaleseerong (Globalisierung) bis hin zur Neubewertung der Mundart als identitätsstiftend thematisiert. "Es erkennen viele, dass Mundart einen Wert hat. Sie ist eine Kultursprache, die die Mentalität einer Region ausdrückt", erläutert Mundart-Expertin Monika Voss.

Die Vielfalt und die Eigenheit des "Dohenger"-Festivals wurde vom Publikum noch nicht so gut angenommen, aber Schulz macht weiter. "Die Idee geht in die richtige Richtung. Die Umsetzung wird überarbeitet", verspricht Schulz, der sicher auf das rheinische Grundgesetz Artikel 8 (wat wellste mache) und 3 (Et hät noch emmer jot jejange) zurückgreifen wird.

Quelle: RP
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