| 19.47 Uhr

Altes Haus in Duisburg-Meiderich
Anwohner sind wegen Taubenplage verzweifelt

So verdreckt ist das Taubenhaus in Meiderich
So verdreckt ist das Taubenhaus in Meiderich FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Ein Schwarm Tauben verärgert Anwohner und Besucher der Fußgängerzone im Duisburger Stadtteil Meiderich. Hunderte der Vögel besetzen ein leerstehendes Haus, der viele Dreck vermiest einigen Händlern das Geschäft.  Von Sebastian Fuhrmann

Hätte Hubert Witkorski seine Stammkunden nicht, hätte er seinen Laden schon dichtmachen können, erzählt er. In der Meidericher Fußgängerzone betreibt der 61-Jährige ein Geschäft, in dem er frische Wurst verkauft, die er von einem Metzger bezieht. Eigentlich läuft der Laden, aber seine Nachbarn machen Witkorski zu schaffen. "Es ist grausam", sagt er.

Direkt neben seinem Laden haben sich wohl hunderte Tauben in einem leerstehenden Haus eingenistet. Überall liegt der Dreck der Tiere, teilweise mehrere Zentimeter hoch. Früher sei das Gebäude mal ein schmuckes Stadthaus gewesen, erzählen Meidericher, heute sei es ein "Schandfleck" in der ansonsten aufgeräumten Fußgängerzone.

"Einige Leute füttern die Tauben auch noch"

"Die Situation ist seit Jahren bekannt, aber es ändert sich nichts", kritisiert die Duisburger CDU-Ratsfrau Getrud Bettges. Sie wohne schon lange in Meiderich und verfolgte die Situation genau. "Es wird immer schlimmer, weil sich die Tiere ungebremst vermehren können. Einige Leute füttern die Tauben auch noch."

Bettges fordert Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link zum Handeln auf. "Der Bürgermeister könnte die Besitzer des Hauses in sein Rathaus einladen, um mit ihnen ein Wörtchen zu reden", sagt Bettges. "Zumindest aber könnte er Schilder an dem Haus aufstellen lassen, auf denen 'Füttern verboten' steht."

Hubert Witkorski fürchtet indes eine Sogwirkung, die von der verwahrlosten Immobilie ausgehen könnte. "Wenn wir hier nicht aufpassen, haben wir hier bald noch andere Problemhäuser", sagt er. "Außerdem sind wir die Idioten, die hier jeden Tag putzen müssen", schimpft der 61-Jährige. "Muss denn erst jemand auf dem Dreck ausrutschen und sich den Arm brechen, damit endlich etwas passiert?"

Stadt beklagt fehlende Handhabe

Die Stadt Duisburg verweist auf Anfrage unserer Redaktion darauf, dass es sich bei dem Eckhaus um Privatbesitz handelt. Die Verwaltung habe damit kaum Möglichkeiten durchzugreifen. Alle bisherigen Bemühungen seien ins Leere gelaufen. Die Stadt kann nur dann etwas tun, wenn wegen der Tauben Gefahr für die Öffentlichkeit droht.

Auf Antrag der Duisburger CDU-Ratsfraktion, die Oberbürgermeister Sören Link dazu aufgefordert hatte, etwas gegen den Schmutz zu tun, hatte die Stadt das "Taubenhaus" zweimal von Gutachtern begehen lassen. Aber weder ein Baugutachter erkannte gravierende Mängel, noch stellte das Gesundheitsamt eine Gefahr für Passanten fest. 

Der Besitzer des Hauses war auf Anfrage unserer Redaktion bis zum Mittwochnachmittag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. 

 
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