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Duisburg
"Aufschlag" für die Ratsmitglieder

Duisburg: "Aufschlag" für die Ratsmitglieder
Die Sitzungen in Ratssaal 100 sind arbeitstechnisch für die Ratsfrauen und -herren nur die Spitze des Eisberges ihrer Tätigkeiten. FOTO: Christoph Reichwein (crei)
Duisburg. Am Montag in einer Woche tagt der Rat der Stadt zum ersten Mal in diesem Jahr. Die Mitglieder können sich dann auf höhere Aufwandsentschädigungen und Sitzungsgelder freuen. Von Hildegard Chudobba

Knapp eineinhalb Jahre nach der Erhöhung im Mai 2014 hat das Land bekanntlich kurz vor dem Jahreswechsel beschlossen, dass die Rats- und Ausschussmitglieder mehr Geld bekommen sollen. Gewürdigt werden soll damit deren ehrenamtliche Tätigkeit. Wobei: Die Summe der Gelder aus dieser politischen Arbeit dürfte sich bei dem einen oder anderen schon zu einem kleinen Gehalt summieren.

Wenn der Rat der Stadt Ende dieses Monats zum ersten Mal in diesem Jahr zusammenkommt, ist den Duisburger Ratsherrn und -frauen eine Aufwandsentschädigung in Höhe von  476, 70 Euro als Pauschale plus Sitzungsgelder von jeweils 19,60 Euro. Vorher lag der Betrag pauschal bei 524 Euro.

Über einen Zuschlag in Höhe von rund zehn Prozent dürfen sich auch die Mitglieder der sieben Bezirksvertretungen im Stadtgebiet freuen. Ihre Aufwandsentschädigungen steigen auf rund 259 Euro pro Monat. Und auch für sie gilt, dass sie die Teilnahme an Sitzungen mit jeweils 19,60 Euro vergütet bekommen. Den Umfang der Arbeit von Kommunalpolitikern in Zahlen zu fassen ist kaum möglich. In der Regel treffen sich die Ratsmitglieder mindestens zwei Mal im Monat zu Fraktionssitzungen, außerhalb der Ferien meist sogar jede Woche einmal. Je nach der Zahl der Ausschüsse, in denen sie tätig sind, kommen zwei bis drei weitere Sitzungen pro Monat dazu. In (fraktionsinternen) Arbeitskreisen werden die Themen zudem vorberaten, was erneut einen Zeitaufwand bedeutet.

Und letztlich kommen sie nur dann immer wieder aufs neue in den Rat der Stadt, wenn sie sich engagiert um ihren Ortsverein beziehungsweise den Ortsverband kümmern, bürgerschaftliche Veranstaltungen im jeweiligen Sprengel besuchen und Ansprechpartner für diejenigen sind, um deren Stimmen sie alle fünf Jahre bei der Kommunalwahl bitten. Zwar gibt es immer mehr Bürger, die über die "satten" Politiker schimpfen, aber Kandidaten für diese Tätigkeit zu finden, wird für die Parteien immer schwieriger.

Zu bedauern sind die politische Aktiven dennoch nicht. Schließlich gehen sie letztlich einem Hobby nach wie jeder andere auch, der eines hat.

Quelle: RP
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