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Duisburg
Benefizkonzert für Maxi-Kirche

Duisburg. Das Ensemble "Capella Palestrina" gastierte in Ruhrort Von Olaf Reifegerste

Seit Beginn der Diskussion um mögliche Kirchenschließungen in der katholischen Pfarrei St. Michael im Bistum Essen (die RP berichtete) regt sich Widerstand unter den Gemeindemitgliedern und der Bevölkerung. Vor allem der Stadtteil Ruhrort kämpft um den Erhalt seiner Gemeindekirche St. Maximilian als Gotteshaus mit vielerlei kreativen Mitteln. So fand aus genau diesem Anlass ein richtungsweisendes Benefizkonzert für das Weiterbestehen von St. Maximilian statt.

Initiiert von den Gemeindemitgliedern Ilse van Ackeren und Gabriele Wennmann, auf den Weg gebracht durch den ehemaligen Küster und Organisten Christian Maria von Schempershofe und Pater Marius Gruszfeld sowie unentgeltlich aufgeführt vom Duisburger A-capella-Chor "Capella Palestrina" unter der Leitung von Andreas Pieper im Zusammenspiel mit der Violinistin Nikola Holzbach, erlebten die rund 70 Kirchenbesucher einen programmatisch wie musikalisch stimmigen und gelungenen Konzertabend. Gleich zu Beginn der Veranstaltung hieß es in der Komposition "Ubi Caritas" von Ola Gjeilo: "Wo Güte und Liebe wohnt, da ist Gott". Dieser Vers nimmt Bezug auf das Motto des Konzertabends "Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses" aus Psalm 26. Der volkstümliche Schlusschoral "An Irish Blessing" dagegen wollte wohl Hoffnung und Vertrauen darauf, dass alles gut wird, den Ruhrortern mit auf den Weg geben. So heißt es dort: "Halte Gott dich in seiner Hand." Doch was im Falle einer Kirchenschließung dem Hafenviertel drohen könnte, hörte sich in "Lamentationes Jeremiae" von Thomas Tallis komponiert textlich so an: "Wie ist die Stadt nun einsam, die einst so reich an Volk."

Es sei wenig hilfreich, sagte Ute Bopp, Geschäftsführerin des Ruhrorter Bürgervereins, im Anschluss an das Konzert gegenüber dieser Zeitung, wenn Bischof Overbeck in seiner Antwort an ihn, der die "Maxi"-Kirche als Kirche erhalten sehen will, schreibe, dass das Gebäude zwar erhalten bleiben solle, damit aber öffentliche Spekulationen auslöse, wer denn künftig Eigentürmer mit welchen Nutzungsabsichten sei.

Ute Bopp hatte als Vorstandsmitglied der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands St. Maximilian in einer öffentlichen Stellungnahme des Weiteren betont, für den Fall nämlich, das "unsere Kirche geschlossen (würde), wäre das nicht nur für unsere Frauengemeinschaft ein herber Schlag, sind doch die Kirche und das Gemeindehaus städtebaulicher, kultureller und geistlicher Mittelpunkt unseres Hafenstadtteils. St. Maximilian ist seit Jahrzehnten Anlaufpunkt für die Binnenschiffer, besitzt eine (erst kürzlich mit privaten Mitteln sanierte) bedeutende Orgel, besondere Kirchenfenster, eine seltene Krippe, die einmalige Tusnelda-Glocke (ebenfalls privat angeschafft) und vieles andere mehr."

Größter Streitpunkt zwischen der Gemeinde St. Maximilian und der Koordinierenden Arbeitsgruppe beim Pfarreientwicklungsprozess ist die Höhe der zu erwartenden Kosten einer wohl notwendigen Kirchendachsanierung. Während die Pfarrei sagt, dass sich diese Kosten bis 2030 auf 700. 000 Euro belaufen werden, spricht ein von Ruhrort beauftragter Architekt von einem Instandsetzungsbedarf für das Dach von maximal 10. 000 Euro.

Quelle: RP
 
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