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Duisburg
Beratung für Begabte ist notwendig

Duisburg. Das Kompetenzzentrum gibt es nun seit acht Monaten. Die Sprechstunden sind immer voll, sagen die Verantwortlichen. Von Lena Köhnlein

Einigen Eltern ist es unerklärlich: Zuhause ist ihr Kind neugierig und stellt viele Fragen. In der Schule fällt es dagegen durch störendes Verhalten im Unterricht und Desinteresse am Schulstoff auf. Das könnten Anzeichen dafür sein, dass das Kind hochbegabt ist und sich im Unterricht langweilt. Ein Fall für das Kompetenzzentrum für Begabungs- und Begabtenförderung, das es seit acht Monaten in Duisburg gibt und jetzt eine erste Bilanz zieht. "Das Modell ist erfolgreich gestartet", sagt Bildungsdezernent Thomas Krützberg. Ihm war vor allem wichtig, dass die Duisburger nicht in Nachbarstädte wie Düsseldorf oder Bochum fahren, um dort ihren hochintelligenten Nachwuchs fördern zu lassen, sondern hier bleiben.

Seit das Kompetenzzentrum im Mai vergangenen Jahres geöffnet hat, sind die Sprechstunden immer gut besucht, sagen die beiden Fachberaterinnen Anja Wardemann und Marion Jäger, die für ganz Duisburg zuständig sind. Der Bedarf sei vor allem in Zeiten von anstehenden Schulwechseln oder vor der Zeugnisausgabe da. "Die Eltern möchten auch wissen, ob sie ihr Kind etwa ein Jahr überspringen lassen sollen", sagt Jäger. Wie viele Ratsuchende bislang bei ihr und ihrer Kollegin waren, kann sie nicht beantworten.

Ins Leben gerufen hat das Kompetenzzentrum unter anderem Sylvia Schulte. Sie geht jetzt in den Ruhestand. Gestern war ihr letzter Tag im Amt der Schulaufsicht, den verbrachte sie im Rathaus, um noch einmal auf das Kompetenzzentrum aufmerksam zu machen.

Schulte erinnerte sich noch an einen ihrer ersten Amtstage: "Ein Kind, das zu mit kam, dachte anders, die Schule sagte, es ticke anders", sagt sie. "Es war technisch sehr interessiert und studierte intensiv Gebrauchsanweisungen." In der Schule war das Kind verhaltensauffällig. So sei es häufig bei hochbegabten Kindern, wissen auch Anja Wardemann und Marion Jäger - die beiden Fachberaterinnen im Kompetenzzentrum beraten in der Katholischen Grundschule Am Bergmannsplatz (Nord) und an der Katholischen Grundschule Böhmer Straße (Süd). Beide verfügen über langjährige Schulerfahrung und haben sich mit dem Erwerb des Echa-Diploms (Specialist in Gifted Education) an der Universität Münster für die Begabtenförderung spezialisiert. Wodurch die Begabung der Kinder auffällt? "Sie stellen häufig sehr viele Fragen, grübeln viel und können sich auch nach Monaten noch an alles erinnern", sagt Wardemann. Die Anzeichen seien aber bei jedem Kind verschieden. Deshalb sei auch die Zusammenarbeit mit den Lehrern wichtig. Einige lassen sich vom Kompetenzzentrum beraten, etwa zum Thema Motivationsförderung. "Wir wollen den Schulen aber keinesfalls Konkurrenz machen", sagt Sylvia Schulte. Viel mehr soll zusammen an einem Tisch mit Lehrern, Eltern und den Beratern entschieden werden, welche Förderung nötig ist. Die Beratung ist kostenlos.

In Zukunft sollen mehr Kurse angeboten werden, derzeit gibt es Förderungen in Sprachen, wie Chinesisch oder Russisch, Mathematik, Kunst oder auch Entspannungsmethoden. Neben einem Ausbau der Kurse wird es noch einen neuen Förderverein geben - für den Spenden benötigt werden. Eltern und Lehrer können sich direkt an das Kompetenzzentrum wenden.

Kontakt für Duisburg Nord: Marion Jäger, Telefon 0151 16349690, E-Mail m.jaeger@stadt-duisburg.de. Kontakt für Duisburg-Süd: Anja Wardemann, Telefon 0151 16349691, E-Mail a.wardemann@stadt-duisburg.de.

Quelle: RP
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