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Duisburg
Bibliothek stellt die Hofkonzerte ein

Duisburg: Bibliothek stellt die Hofkonzerte ein
Klaus Stachuletz (r.) und Ulrich Spormann sind das Duo "Dr. Mojo". Sie traten im Juni 2012 bei den Hofkonzerten in der Bezirksbibliothek Rheinhausen auf. FOTO: Hohl/probst/privat
Duisburg. 28 Jahre lang lockten die Hofkonzerte im Sommer jedes Mal Hunderte Besucher in den Innenhof der Bezirksbibliothek Rheinhausen. Jetzt erklärte die Leitung der Stadtbibliothek die beliebte Veranstaltungsreihe für beendet. Von Sandra Kaiser

Was sich in den vergangenen Monaten bereits abzeichnete, ist jetzt traurige Realität: Die beliebten Hofkonzerte in der Bezirksbibliothek werden eingestellt. So steht es in einer kurzen Mitteilung, die die Leitung der Stadtbibliothek auf ihrer Internetseite platziert hat: "2012 fanden die letzten Hofkonzerte statt."

Die neue Leiterin der Bezirksbibliothek, Jutta Flaßhove, bestätigte: "Es wird jetzt erst einmal keine Hofkonzerte mehr geben. Für die Zukunft muss man schauen. Aber ich glaube fast, dass daraus nichts mehr wird." Diese Entscheidung hätten Dr. Jan-Pieter Barbian, Direktor der Stadtbibliothek, und sie gemeinsam getroffen. Es gebe dafür personelle, rechtliche und finanzielle Gründe.

Ein wesentlicher Faktor ist sicherlich der Weggang von Wolfgang Eilers, der die Bezirksbibliothek viele Jahre leitete. Er war die treibende Kraft hinter der Veranstaltungsreihe, die sein Vorgänger Peter Lufen 1984 ins Leben gerufen hatte. Er sei nun nicht mehr da, und auch andere Mitarbeiter, die ihn dabei unterstützt hätten, stünden nicht mehr zur Verfügung, sagt Flaßhove.

Sie selbst – am 1. März trat sie ihre neue Stelle in Rheinhausen an – sieht sich derzeit nicht in der Lage, so kurzfristig noch mit der Planung der Hofkonzerte zu beginnen. "Das wäre ein wahnsinniger Kraftakt", so Flaßhove. Weil sie derzeit noch eine halbe Stelle als Leiterin der Bezirksbibliothek Hochheide innehabe und das mindestens noch bis Ende April der Fall sein werde.

Denn das Ausschreibungsverfahren zur Neubesetzung ihrer alten Stelle laufe noch. Aber auch, weil, selbst wenn sie jetzt noch kurzfristig mit der Organisation beginnen würde, sie nur sehr wenig Zeit hätte. Und das stimmt. Wolfgang Eilers selbst sagte einmal, dass er nach dem letzten Hofkonzert der Saison bereits mit der Planung für das folgende Jahr beginne. Flaßhove blieben dafür nur noch wenige Monate.

Auch rechtliche Gründe führt die Bibliotheksleitung an. Die Räume sind als Bibliothek definiert, nicht als Versammlungsstätte – was sie aber sein müssten, damit auch Kulturveranstaltungen stattfinden dürfen. Brandschutz spielt hier eine große Rolle. Für 2012 hatte die Bezirksbibliothek eine Übergangsgenehmigung beantragt, die auch gewährt wurde, aber eben nur für diese eine Saison. Für die Zukunft müsste ein neuer Antrag auf Nutzungsänderung gestellt werden.

Er würde wahrscheinlich auch genehmigt werden, sagt eine Sprecherin der Stadt Duisburg. Schließlich habe sich baulich und rechtlich seit dem vergangenen Jahr nichts geändert. Die Krux ist aber das Brandschutzgutachten, das mit dem Antrag eingereicht werden müsste. Dessen Erstellung würde die Bibliotheksleitung nach eigenen Angaben viel Geld kosten. Von bis zu 8000 Euro ist da die Rede – eine Summe, die sich die Einrichtung nicht so ohne Weiteres leisten kann.

Auch wenn es das mit den Hofkonzerten gewesen sein sollte – Flaßhove verspricht, dass es in Rheinhausen weitere Veranstaltungen geben werde. Sie wolle ein neues Veranstaltungskonzept auf den Weg bringen, wisse aber auch, dass das finanziell nicht so leicht werden wird. Schließlich war es bislang so, dass mit den Einnahmen aus den bestens besuchten Hofkonzerten die übrigen kulturellen Veranstaltungen finanziert werden konnten. Fallen die Hofkonzerte weg, muss sich eine neue Geldquelle auftun.

(RP/rl)
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