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Duisburg
Der Radweg hat ausgedient

Duisburg: Der Radweg hat ausgedient
Ziemlich nah kommen sich Rad- und Autofahrer auf dem Flutweg. Das ist den Verkehrsteilnehmern zwar nicht immer geheuer, soll aber mehr Sicherheit gewährleisten. FOTO: RPO
Duisburg. Der erneuerte Flutweg hat keine Radwege im herkömmlichen Sinn mehr. Statt dessen teilen sich Auto- und Radfahrer die Straße. Was in Bergheim bisher für Verunsicherung sorgt, hat sich andernorts bereits bewährt. Von Josef Pogorzalek

Schön sieht er aus, der erneuerte Flutweg in Rheinhausen. Lange Jahre eine Holperstrecke, ist die Fahrbahn endlich makellos glatt. Nur dass es daneben keinen „richtigen“ Radweg mehr gibt, das lässt so manche Stirn runzeln. An beiden Seiten der Straße sind lediglich Radfahrstreifen auf dem Asphalt markiert. Eine Premiere im Westen und auch stadtweit eine Seltenheit, die bisher nur im Norden Duisburgs vereinzelt zu finden ist.

Gestern, zum Schulbeginn, mussten die Radfahrstreifen die erste große „Bewährungsprobe“ bestehen. Hunderte von jugendlichen Radlern, Schüler des Krupp-Gymnasiums und der Heinrich-Heine-Gesamtschule wuselten hin und her. Und viele der Schüler dachten so wie Nadja (15) vom Krupp-Gymnasium: „Das ist voll gefährlich!“ Ihrer Meinung nach kommen die Autos den Radfahrern bedrohlich nah. Auch Nadjas Freundin Julia meint, dass man nun höllisch aufpassen müsse. Karen (15) findet den Radfahrstreifen zu schmal, vor allem wenn man nach Schulschluss mal nebeneinander fahren will. Und Sven zischt nur: „Das ist echt Sch . . .!“

Die Schüler sind in guter Geselschaft. Viele Anwohner halten nichts von der Neuerung, die den Autoverkehr einenge. „Wenn da einer entgegen kommt, geht nichts mehr“, schimpft einer. Skepsis auch bei den Schulleitungen. Vor der Sanierung des Flutwegs haben sie sich für einen herkömmlichen Radweg ausgesprochen. „Auch die Eltern denken so“, sagt Bernd Grotegut, Leiter der Gesamtschule. Er ist inzwischen jedoch der Meinung, dass die Radfahrstreifen vielleicht gar nicht so übel seien: „Sie sind so deutlich markiert, dass jedem Autofahrer klar sein müsste: Hier muss man besonders aufpassen.“

Tatsächlich soll „Teilung“ der Fahrbahn zwischen Auto- und Radfahrern zu einer Temporeduzierung (auf dem Flutweg ist Tempo 30 vorgeschrieben) und zu weniger Unfällen führen. „Das zeigen neue Erkenntnisse aus der Forschung“, berichtet Georg Puhe von Amt für Stadtentwicklung. Duisburg hole nur nach, was in anderen Städten, zum Beispiel Oberhausen, seit Jahren erfolgreich sei. Allerdings, so Puhe, müssten sich Rad- und Autofahrer an die neue Situation gewöhnen und auf sie einstellen. Autofahrern sollte zum Beispiel klar sein, dass sie den Radstreifen nur bei Gegenverkehr befahren dürfen, und nur dann wenn der Radstreifen durch eine gestrichelte Linie abgetrennt ist. Ein mit durchgezogener Linie markierter Radfahrstreifen ist für Autos völlig tabu; am Flutweg gibt es stellenweise auch diese Version. Parken darf man auf den Radfahrsteifen nicht, egal ob gestrichelt oder durchgezogen markiert.

Die Stadt will demnächst an den Schulen am Flutweg über das neue Radweg-Konzept informieren und ein Faltblatt verteilen. Es kann auch auf den Internetseiten der Stadt (www.duisburg.de) herunter geladen werden.

Quelle: RP
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