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Duisburg
Details sind hier chemisch abgewaschen

Duisburg. Kerstin Müller-Schiel stellt in ihrer neuen sehenswerten Ausstellung die Malerei in den Vordergrund. Von Ingo Hoddick

Noch recht neu im Künstler- und Atelierhaus der Stadt Duisburg an der Goldstraße 15 ist die Künstlerin Kerstin Müller-Schiel. Noch bis zum 13. Mai ist dort jetzt ihre Ausstellung "chemical beauties" zu sehen, mit 21 neueren Arbeiten.

Der Ausgangspunkt der Schau findet sich gleich rechts naben dem Eingang der Galerie im ersten Obergeschoss. Auf Werbeanzeigen in Frauenzeitschriften, erklärt Müller-Schiel, "sieht man photogeshopte Makellosigkeit, weiße perfekte Zähne, perfekte Haltung, Jugendlichkeit, Lässigkeit und knabenhafte Körper mit dünnen Ärmchen und Beinchen. Vor allem als Frau kommt man sich da schnell ungenügend vor." Mit dem Mittel der Übermalung hat die Künstlerin dieses "Ideal" ins Gegenteil verkehrt, grotesk überzeichnet, so dass es zum Teil fast ins Pornographische kippt. Vor diesem Hintergrund versteht der Betrachter auch die anderen, zum Teil großformatigen Porträts, die jetzt in dem sehr weißen Raum an der Goldstraße sehr gut zur Geltung kommen: Details sind hier chemisch so abgewaschen, dass der Betrachter erst einmal keinen persönlichen Anhaltspunkt findet und auf seine eigenen Fantasien und Vorstellungen zurückgreifen muss. So steht bei diesen Arbeiten allein die Malerei im Vordergrund. Gut, dass außerdem großzügig gehängt wurde und man so den Gemälden in aller Ruhe gegenüber treten kann.

Eröffnet wird die sehenswerte Ausstellung am morgigen Freitag, 29. April, um 19.30 Uhr. Es spricht Nina Dunkmann , Kuratorin von der Ludwiggalerie Schloss Oberhausen. Geöffnet ist sie bei freiem Eintritt nach Absprache unter kerstin.mueller-schiel@gmx.de. Am Freitag, 6. Mai, um 19 Uhr, gibt es ein Künstlergespräch mit Musik. Es legt auf DJ Pete von der Silberfuchs Connection.

Quelle: RP
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