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Stillstand beim Bauprojekt
Beecker Hallenbad verkommt zu gefährlicher Ruine

So verfällt das Hallenbad in Beeck
So verfällt das Hallenbad in Beeck FOTO: Maximilian Krone
Duisburg. Das alte Hallenbad im Duisburger Stadtteil Beeck sollte nach Planungen der Stadt abgerissen werden, um Platz für ein Wohngebiet zu machen, passiert ist bislang aber noch nichts. Die CDU in der Bezirksvertretung moniert den Stillstand und sieht in der ungesicherten Ruine eine Gefahr. Von Maximilian Krone

Müll, eingeschlagene Scheiben, ungesicherte Schächte – das Hallenbad in Beeck hat seine besten Tage eindeutig hinter sich. Eigentlich sollte auf dem Gelände an der Flottenstraße schon längst ein neues Wohngebiet entstehen, doch der Baubeginn verzögert sich. Was bleibt, ist bis dahin eine Ruine, die mehr und mehr zur Müllhalde verkommt und für Kinder und Jugendliche große Risiken birgt: Denn sie ist nicht gesichert und frei zugänglich. 

Für Nicolas Back, Landtagskandidat der CDU im dritten Duisburger Wahlbezirk, in den unter anderem der Stadtbezirk Beeck fällt, ist das nicht hinnehmbar. "Ich habe dort selbst Schwimmen gelernt. Der Anblick macht mich zum einen traurig, zum anderen besorgt er mich. Der Frühling steht an, viele Kinder spielen wieder draußen und könnten sich auf dem Gelände schwer verletzen", sagt der 26-Jährige. 

Durch eingeschlagene Fenster ist das Innere der Anlage frei zugänglich. Glasscherben ragen Spitz aus dem Fensterrahmen empor. Wenige Meter entfernt stößt man auf einen Schacht, der mal mit Metallgittern gesichert war. Inzwischen fehlen diese an einigen Stellen. Wer nicht aufpasst, fällt unter Umständen mehrere Meter tief. 

"DuisburgSport" für Sicherung des Geländes zuständig

Bis dort sollte man eigentlich aber erst gar nicht gelangen. Das Gelände ist aber lediglich von einem löchrigen Zaun umschlossen. Eine Tür soll den Zugang versperren, sie steht aber immer offen. Für die Sicherung des Geländes bis zur Bebauung ist die Stadttochter "DuisburgSport" zuständig. "DuisburgSport als Eigentümer kontrolliert das Gelände und das Gebäude regelmäßig. Sollte es zu Schäden oder zum Beispiel Einbruchsversuchen kommen, wird das Gebäude an sich wieder verschlossen bzw. gesichert", sagt Stadtsprecherin Jennifer Gräfe. 

Back fordert von der Verwaltung nun eine schnelle Lösung. "Das Gelände muss wieder Unzugänglich gemacht werden, um die Verletzungsgefahr zu vermindern", sagt er. Dass mit diesem Schritt nicht zu 100 Prozent vermieden werden kann, dass Kinder und Jugendliche über den Zaun klettern ist ihm derweil klar. "Ich würde mir wünschen, dass die Fensterbuchten zugemauert werden und der Schacht entsprechend gesichert wird."  

Müllsäcke auf dem Gelände verteilt

Zudem vermüllt das Gelände zusehends. "Offenbar wird hier zum Teil auch gewerblicher Müll abgeladen. Zumindest finden sich an vielen Stellen große Ansammlungen von Müllsäcken", sagt Back. Viele Bürger hätten ihn angesprochen, wie es denn nun mit dem Gelände und der geplanten Bebauung weitergehe. Nicolas Back konnte sie bislang jedoch nur vertrösten und an die Bezirksvertretung (BV) verweisen. "Die CDU hat in der Sitzung der BV Meiderich/Beeck bereits Anfang November 2016 eine Anfrage zum Stand des Projektes gestellt – bislang ohne Antwort der Stadt", sagt er. 

Geplant sind rund 30 Einfamilienhäuser und mehrere Mehrfamilienhäuser. Federführend bei dem Projekt ist die städtische Wohnungs- und Wohnbau-Tochter Gebag. Gerhild Gössing, Pressesprecherin der Gebag erklärte auf Anfrage unserer Redaktion, dass sich die Bebauung weiter verzögert.

"Da einige besondere Messungen bezüglich des Grundwassers vorgenommen werden müssen, zieht sich das Verfahren etwas in die Länge, so dass wir hier zum Jahresende mit dem Abschluss des Verfahrens rechnen." Das Projekt werde später mit einem Investor umgesetzt. Laut Gebag gebe es dafür auch bereits konkrete Interessenten. 

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