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Duisburg
Duisburgs junge Räuber und Diebe

NRW: Kinder als Täter - das sind die Maschen
NRW: Kinder als Täter - das sind die Maschen FOTO: Dietrich Janicki
Duisburg. Werden Kinder oder Heranwachsende zu Tätern, dann oft, weil sie es auf Smartphones oder Markenkleidung ihrer etwa gleichaltrigen Opfer abgesehen haben. Von Jan Luhrenberg

Die Jugend in Duisburg gerät auf die schiefe Bahn - das ist ein Ergebnis des Kriminalitätsberichtes 2015, den die Polizei jetzt veröffentlicht hat. Von den insgesamt rund 19.460 Tatverdächtigen sind in etwa 4080 sogenannte junge Tatverdächtige, das entspricht einem Anstieg von 1,3 Prozent gegenüber 2014. Insgesamt macht die junge Bevölkerung 21 Prozent der Tatverdächtigen im Raum Duisburg aus.

Zu den jungen Tatverdächtigen zählt die Polizei drei Altersgruppen: Kinder unter 14 Jahren, Jugendliche ab 14 und bis 17 Jahren sowie Heranwachsende ab 18 und nicht älter als 20 Jahre. Kinder wurden im Jahr 2015 in knapp 690 Fällen verdächtigt. Im Vorjahr waren es noch 1,8 Prozent weniger. Gleiches gilt für die Altersgruppe der Jugendlichen.

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Bei ihnen ist der Anstieg im Vergleich zum Jahr 2014 sogar noch deutlicher: Die 14 bis unter 18-jährigen waren in 1580 Fällen tatverdächtig (4,2 Prozent mehr als im Vorjahr). Einzig die Gruppe der Heranwachsenden war in weniger Fällen Täter. Die Polizei zählte hier rund 1820 Tatverdächtige, das macht ein Minus von 1,3 Prozent. Die Behörden sprechen von der Straffälligkeit von Kindern und Jugendlichen als ein alterstypisches Phänomen, das sich im Zuge des Erwachsenwerden und der sozialen Reifung meistens von selbst verliert.

Deswegen sinke auch der Wert der Tatverdächtigen über 18 Jahren, so die Polizei. Tatverdächtig ist laut polizeilichen Maßstäben jeder, der aufgrund zureichender tatsächlicher Anhaltspunkte verdächtigt ist, eine rechtswidrige Tat begangen zu haben. Darunter fallen laut Polizei aber auch Mittäter, Anstifter und Gehilfen.

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Bei den jungen Tatverdächtigen wurden im vergangenen Jahr insgesamt 5730 Straftaten registriert. Bei einzelnen Delikten liegt der Anteil der Jugendkriminalität - im Vergleich zu den Straftaten insgesamt - enorm hoch. So gehen knapp 60 Prozent aller Raubüberfälle auf Straßen, Wegen und Plätzen auf das Konto der drei Altersgruppen.

Bei Diebstählen von Mopeds und Krafträdern beträgt der Anteil sogar 75 Prozent. Am geringsten straffällig werden junge Tatverdächtige anteilsmäßig bei Rauschgiftdelikten, Sexualstraftaten und Betrug.

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Bei der absoluten Anzahl der Delikte ergibt sich ein anderes Bild: Junge Tatverdächtige treten am häufigsten bei Diebstählen in Erscheinung. In 1290 Fällen sind sie bei diesem Delikt straffällig geworden. Danach folgen Betrugsfälle (1200 Fälle) und Rohheitsdelikte (1070 Fälle). Es wird nach Einschätzung der Polizei deutlich, dass die Jugend vor allem in solchen Delikten auffällig wird, bei denen die Kriminalitätsstatistiken insgesamt hoch sind. Das erklärt auch den vergleichsweise geringen Anteil von Diebstahl, Betrug und Rohheitsdelikten an der Jugendkriminalität insgesamt.

Junge Mehrfachtäter, die fünf oder mehr Straftaten begangen haben, sind im vergangenen Jahr mehr geworden. Die Polizei zählte knapp 190. Dieser Wert liegt aber deutlich unter dem Spitzenwert von 2005. Da waren 280 junge Tatverdächtige mindestens fünfmal mit der Polizei in Kontakt gekommen.

Die Polizeistatistik weist auf einen Punkt noch explizit hin: Wie die Täter, so sind auch die Opfer von Jugendkriminalität in vielen Fällen junge Menschen. Das gilt vor allem für Raubdelikte, zum Beispiel dann, wenn Gleichaltrigen Markenartikel oder Smartphones weggenommen werden.

Quelle: RP
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