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Duisburg
"EarPort" ist wahrhaft ein Ort der Experimente

Duisburg. Endlich läuft hier wieder etwas: "EarPort", der "Ort der Experimentellen Musik und Performance" von Kunsu Shim und Gerhard Stäbler am Philosophenweg 17a am Innenhafen, wurde am 1. Oktober wieder eröffnet (die RP berichtete). In diesen Tagen gab es dort das "EarFest 1", das waren drei Abende mit Musik, Poesie und Performance. Von Ingo Hoddick

Zur Begrüßung führten Shim und Stäbler jetzt Shims exzessive Vokalperformance "Empfänger" (2015) auf, wobei Ersterer mit einem Plattenspieler Geräusche erzeugte, die wir als Publikum aber nur hörten, weil Letzterer sie per Kopfhörer wahrnahm und mit dem Mund vorbrachte. Es begann dann mit der jungen koreanischen, in Deutschland lebenden Klarinettistin Heni-Hyungjung Kim und dem Schriftsteller, Dichter und Übersetzer Frank Schablewski. Ihr Programm porträtierte sie selbst, brachte sie miteinander und mit dem Publikum ins Gespräch. Der Autor las eigene Gedichte, zum Teil von Zetteln unter Besucherstühlen, deren jeweiliger Inhaber dazu aufstehen musste, und aus seinem Erzählband "Havarie", der eine Schiffskatastrophe poetisch als positiven Neubeginn umdeutet. Sein Buch legte Schablewski in die diversen rechten Winkel des schönen weißen ehemaligen Ausstellungsraumes. Mit dem Wort-Künstler wechselte die Klarinetten-Solistin, mit den intensiven und extrem abwechslungsreichen Werken "Charme" (1969) von Gérard Grisey, "Enjoy!" (2014) von Gerhard Stäbler, "Let me die before I wake" (1982) von Salvatore Sciarrino und "Self 1" (1974) von Roman Haubenstock-Ramati. Die drei Abende endeten jeweils mit Shims ebenso konzentrierter wie amüsanter Publikumsperformance "Ich bin wo ich sein möchte". Die Aktion besteht aus dem Einreißen eines Papiers "mit großer Ruhe, Sorgfalt und einem Gefühl von Liebe".

Quelle: RP
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