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Duisburg
Eine WG für die ältere Generation

Duisburg. Pflegebedürftige Menschen bekommen bis Anfang kommenden Jahres ein neues Angebot im Duisburger Norden. Auf dem Gelände der früheren Feuerwache in Laar entsteht ein Haus für 80 Menschen, die in sechs Hausgemeinschaften leben werden. Gestern wurde der erste symbolische Spatenstich getan. Von Peter Korte

"Wir wollen mit diesem Konzept den älteren Menschen die Geborgenheit einer kleineren Gruppe mit mehr Wahlmöglichkeiten geben, gleichzeitig aber eine qualifizierte Pflege rund um die Uhr sicherstellen", sagte gestern morgen Dr. Joachim Wilbers, gebürtiger Duisburger und Geschäftsführer der ProjektCare GmbH aus Frankfurt, die das Haus künftig betreiben wird. Wilbers betonte, dass er mit dem Projekt bei der Stadt und dem Bezirksamt auf offene Ohren gestoßen sei: "Wir wollen ein Teil der Bürgerschaft sein und freuen uns, wenn wir willkommen sind!"

Bürgermeister Manfred Osenger hob die entstehenden 35 bis 40 neuen Arbeitsplätze und das Bauvolumen von rund sieben Millionen Euro hervor. Duisburg sei eine Stadt mit Lebensqualität für alle Altersstufen, "und hier wird eine zukunftsweisende Maßnahme für unsere Stadt errichtet". Er wünschte eine reibungslose und unfallfreie Bauphase.

Die Hausgemeinschaften sind Gruppen von jeweils zwölf bis 14 Bewohnern. Jeder von ihnen hat ein Einzelzimmer mit Bad. Das besondere ist eine gemeinsame große Wohnküche, das zentrale Element jeder Hausgemeinschaft. Dort arbeitet eine Alltagsbegleiterin (Präsenzkraft), die für die Menschen das Essen zubereitet und es serviert, die aber auch für kleinere Hilfestellungen zur Verfügung steht und vor allem Ansprechpartnerin ist.

Jeder Mitbewohner kann mithelfen, muss es aber nicht. Alle können am Gemeinschaftsleben teilnehmen, jeder Bewohner hat aber auch mit seinem Zimmer seinen individuellen Rückzugsbereich. Die Pflege wird durch ein Team von qualifizierten Kräften für alle Pflegestufen sichergestellt. Wer also einmal eingezogen ist, braucht sein Zimmer oder seine Hausgemeinschaft nicht zu verlassen, wenn der Pflegebedarf steigt.

Das Konzept wurde in Deutschland von Hans-Peter Winter eingeführt, der viele Jahrzehnte Leiter der Architekturabteilung des Kuratoriums Deutsche Altenhilfe in Köln war. Winter, der gestern Gast beim Spatenstich war, konnte als Berater für die Entwicklung des Hauses in Laar gewonnen werden.

Das Bauvolumen von rund sieben Millionen Euro wird durch einen Fonds finanziert, der von der Provinzial Rheinland verwaltet wird.

Quelle: RP
 
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