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Duisburg
Freier Eintritt in städtischen Museen?

Duisburg. Die Fraktion Junges Duisburg/DAL beantragt in der nächsten Kulturausschuss-Sitzung, dass die städtischen Museen Duisburgs auf Eintrittsgelder verzichten sollen. CDU und SPD zögern noch. Von Peter Klucken

Zwei weitreichende Initiativen bringt die Fraktion Junges Duisburg/DAL in die nächste Sitzung des Kulturausschusses am 2. Juni ein. Erstmals sollen die städtischen Duisburger Museen ohne Eintritt besichtigt und genutzt werden können. Wenn die Politik dem Antrag folgt, könnten schon bald das Kultur- und Stadthistorische Museum und das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt für Besucher kostenfrei sein.

Bisher kostet der Besuch für einen Erwachsenen 4,50 Euro. Die Besucherzahlen seien, so die Kommunalpolitiker, seit Jahren zwar konstant, aber auf niedrigem Niveau: 8143 Tickets wurden im Jahr 2014 für das Kultur- und Stadthistorische Museum und 12.024 Tickets für das Museum der Deutschen Binnenschifffahrt verkauft. Demgegenüber stünden, so die Fraktion, aber bereits heute 16.878 bzw. 21.100 ausgegebene Freikarten.

Das Essener Folkwang Museum gehe den Weg des kostenfreien Eintritts schon einige Zeit mit großem Erfolg: mehr spontane Besucher, Ansprache breiterer Bevölkerungsschichten und letztlich eine stärkere öffentliche Wahrnehmung der Kultur seien die Konsequenzen. "Ich glaube, unseren Vorschlag des freien Eintritts in die städtischen Duisburger Museen kann jeder nur befürworten", sagt Fraktionsvorsitzender Stephan Krebs. Hauptargument für seine Fraktion, die zu dem Antrag führte: Die in den Museen präsentierte Kunst und Kultur gehöre den Menschen, sie wurde mit ihren Geldern erworben, gepflegt und ausgestellt. "Wieso sollen die Menschen dann nochmals für etwas bezahlen, was ihnen schon gehört?", fragt Krebs.

Als beabsichtigten Nebeneffekt erwartet die Fraktion steigende Besucherzahlen. "Die Möglichkeit zur kulturellen Teilhabe wird durch Umsetzung dieses Antrags deutlich erweitert", sagt Krebs. An den Museumsausgängen könnten nach den Vorstellungen der Ratsfraktion allerdings freiwillig Spenden geleistet werden. Finanziell erwarten die Fraktionsmitglieder keine negativen Auswirkungen: Zwar fallen geringere Summen an Eintrittsgeldern weg, auf der anderen Seite könnten aber Personalkosten im Kassenbereich gespart werden.

In einer zweiten Initiative fordert die Ratsfraktion die Einführung einer von der Stadt initiierten Theaterlotterie. Die Erlöse sollen der baulichen Unterhaltung des Stadttheaters zu Gute kommen. Andere Städte, wie beispielsweise Essen, gingen mit ähnlichen Aktionen bereits voran. "Der Bürger kauft Lose und kann gewinnen. Und wenn er nicht gewinnt, hilft's der Kultur. Die Duisburger Bevölkerung hat schon nach dem Krieg durch Spenden direkt zum Wiederaufbau des Theaters beigetragen - eine schöne Geschichte, die man mit der Erhaltung wiederholen kann", sagt Krebs.

CDU und SPD stehen dem Antrag "Freier Eintritt für die städtischen Museen" nicht von vornherein ablehnend gegenüber. Der kulturpolitische Sprecher der CDU, Frank Heidenreich, möchte vor einer Entscheidung den Antrag aber noch ausführlich innerhalb der Fraktion diskutieren. Ähnlich äußerte sich gestern auf RP-Anfrage auch Udo Vohl (SPD), der zugleich Vorsitzender des Kulturausschusses ist. Man müsse über die Konsequenzen nachdenken, die mit dem freien Eintritt in städtischen Museen verbunden sind. Zwar befürworten sowohl CDU und SPD das Ziel, mehr Menschen in die Museen zu locken, doch müsse man auch die finanziellen Folgen ins Auge fassen.

Heidenreich hält es für wahrscheinlich, dass sich der Kulturausschuss darauf verständigt, den Antrag von der Verwaltung überprüfen zu lassen, bevor über ihn endgültig entschieden wird.

Quelle: RP
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