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Duisburg
Frivol, komisch und manchmal deftig-zotig

Duisburg. Welche Zielgruppe Lisa Feller mit ihrem Comedy- Programm anspricht, wurde beim Blick ins Publikum schnell deutlich. "Ladies Night" war am Freitagabend im Steinhof angesagt, wie der nicht zu übersehende hohe weibliche Besucheranteil zeigte.

Mit ihrem dritten Solo-Programm "Guter Sex ist teuer" traf die vielbeschäftigte Komikerin offensichtlich genau den Nerv ihrer Geschlechtsgenossinnen. Die 40-jährige alleinerziehende Mutter mit dem ansteckenden Lachen plauderte zur hellen Freude ihres Publikums "aus dem Nähkästchen". Ihre kleinen kuriosen Geschichten rund um ihre 5- und 9-jährigen Jungs ("Hab die Kinder behalten und den Kerl abgeschrieben") und ihr gar nicht so einfach zu organisierendes Liebesleben kamen den meisten wohl irgendwie bekannt vor, wie der zustimmende Beifall an vielen Stellen bewies.

Ihre Jungs halten die in Münster lebende Komödiantin ganz schön auf Trab: "Das sind halt keine Mädchen." Dabei kommt es nicht selten vor, dass sie "vor den Kindern einschläft". Den Spiegel meidet Lisa Feller schon länger, denn "Zwei Kinder gehen nicht spurlos an einem vorüber". Spontane Antworten auf Fragen ihrer Jungs bringen sie auch des Öfteren aus der Fassung, wenn zum Thema Tierhaltung und Fleischverzehr plötzlich gefragt wird: "Mama, warum soll ich das eine Tier streicheln und das andere essen?"

Vom Thema Fleisch kam die quicklebendige Comedy-Lady zu dem Thema, das im Mittelpunkt ihres Programms steht. Die muntere Blondine sprach ziemlich offen über die Probleme, die man als alleinerziehende Mutter hat, wenn man sich "mal ein paar schöne Stunden machen möchte". Schließlich hat man mit 40 mit dem Liebesleben ja noch längst nicht abgeschlossen. Zimperlich behandelt Feller diese Thematik nicht gerade. Da geht es schon mal hochgradig frivol, oftmals urkomisch und ab und an auch deftig-zotig zu. Dass diese Mixtur bei ihren Fans gut ankam, bewiesen die Lachsalven, die gerade diese Programmpassagen begleiteten. Teuer sei der Sex in so einer Situation schon, klärte die gestresste Lisa auf, denn man müsse investieren, um irgendwo einen Traumprinzen (für eine Nacht) zu finden. Die Frage "Gehen wir zu mir oder zu dir" stelle sich erst gar nicht, da die Kids daheim "an diesem Abend so wach sein werden wie noch nie". Für andere Lösungen müsse man halt Geld ausgeben, dazu gehörten Ausgaben für das passende Outfit, das Taxi und für einen Disco-Besuch. "Da kommen locker mal eben 150 Euro zusammen, das kann ich mir dreimal in der Woche nicht leisten", kommentierte Feller augenzwinkernd. Und ob man an dem Abend dann gerade "den Richtigen" trifft, sei auch nicht sicher. Man hoffe natürlich, angesprochen zu werden, aber warum es "dann gerade der" sein muss, ist oft dann schon enttäuschend. Und ein zufriedenstellender "Abschluss" wird eigentlich noch am gleichen Abend erwartet und keine "netten Jungs", die erstmal nur die Telefonnummern austauschen wollen.

Den Mädels im Steinhof gefielen die kurios-frivolen Geschichten um Kids, Sex und Alltagsleben. Und da es bestimmt noch mehr zu erzählen gibt, darf Lisa Feller gerne wiederkommen.

(vp)
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