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Duisburg
Fünf Tage Räuberleben

Duisburg: Fünf Tage Räuberleben
Mit Feuereifer sind die Kinder bei der Sache, die an dem Herbstferien-Programm im Wald teilnehmen. FOTO: Hohl, Ralf
Duisburg. Bei einem Ferienangebot lernen Kinder den Wald und seine Bewohner kennen. Gelebt wird im Räuberlager, geschlafen zu Hause. Und fürs Essen müssen sie erst auf die Suche gehen. Von Kai Himmelberg

Seit dieser Woche gibt es wieder Räuber im Duisburger Wald. Das Projekt "Räuberleben" von "NaturAktiv" geht in die nächste Runde, und 15 Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren erfahren bis Freitag, wie es sich anfühlt, ein (fast) echter Räuber zu sein.

Bei dieser Ferien-Veranstaltung geht es vor allem darum, den Kindern spielerisch mehr über die Natur beizubringen. So lernen sie einiges über Pflanzenkunde und die im Wald wohnenden Tiere. "Außerdem lernen wir noch, was man essen kann, zum Beispiel Pilze oder Nüsse", sagt der zehnjährige Nils, ebenfalls Teilnehmer an diesem Projekt.

Dabei müssen die Kleinen auch selbst Hand anlegen. Baumstämme werden herangetragen, ehe man sie zurecht sägt und aus ihnen eine Hütte baut, die einen sicheren Unterschlupf bieten soll. Anderswo werden Speere geschnitzt, die bei einer (natürlich nicht stattfindenden) Jagd auf wilde Tiere unerlässlich sind. Und auch die Toilette muss erst einmal errichtet werden, oder zumindest das, was man landläufig unter Donnerbalken versteht. Selbstverständlich wird passende Räuberkleidung benötigt, diese wird im Lager von Hand genäht – von den Kindern natürlich.

Essen von Nachbarn

Für Nahrung muss die Bande ebenfalls eigenständig sorgen. In Kooperation mit den Anwohnern nahe des Neudorfer Waldes findet der "Nahrungstausch" statt. Die Bewohner des Lagers basteln aus den Dingen, die sie in der Natur finden, verschiedene Dinge. Diese können sie dann bei den Anwohnern, die an der Aktion teilnehmen, gegen etwas zu essen eintauschen.

Spaß und Pädagogik

Das alles geschieht natürlich unter Anleitung einer Aufsichtsperson. Diese Aufsichtsperson ist Anja Folgnandt (44). Die Naturpädagogin und Landschaftsökologin ist Gründungsmitglied von "NaturAktiv" und veranstaltet seit 2008 mit diesem Verein solche und ähnliche Ferien-Veranstaltungen. "Es geht dabei vor allem um das spielerische Lernen", so Anja Folgnandt. Diese Mischung aus Pädagogik und Spaß sei wichtig. Natürlich würden keine Vorträge gehalten werden, alles wird im Rahmen von Kooperationsspielen erarbeitet. Dabei soll auch die Fantasie der Kinder angeregt werden. Dazu gehört auch, dass sie sich selbst einen "Räubernamen" geben sollen. Und so bewohnen beispielsweise Robert Raufbold, Juwelendieb Jan, der neugierige Nils und die lustige Lena momentan das Räuberlager.

Das Ganze findet in den Osterferien, den Sommerferien und eben jetzt auch in den Herbstferien statt Für fünf Tage leben die Kinder im Rahmen des Projektes jeweils von 8.30 bis 16.30 Uhr wie echte Räuber im Wald. Am letzten Tag wird dann noch ein Räuberfest gefeiert, um den Abschluss des Ganzen zu zelebrieren, ehe das Lager wieder abgebaut wird, um alles in seinen Ursprungszustand zurück zu versetzen. Denn damit ist alles für die nächste Gruppe neugieriger Kinder bereit, die einmal erfahren wollen, wie das Leben als Räuber aussieht. Und natürlich wird aufgeräumt, um den Wald so zurückzulassen, wie er vorgefunden wurde.

(RP/ac)
 
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