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Duisburg
Hexe sein als Lebensphilosophie

Duisburg. Um einen reich geschmückten Altar bildet sich ein Kreis von etwa 35 Menschen. Viele haben wallende Gewänder in bunten Farben an, deren Stil mit weit zurückreichenden Jahrhunderten verknüpft wird. Manche der Damen tragen Diademe mit Schutzsteinen. Andere wiederum tragen Jeans und Pullover. Eins ist jedoch allen gemein: Sie halten eine weiße Kerze in der einen Hand und einen Becher oder Kelch in der anderen. Stille liegt über der Szene. Dann treten Hexer Maran und Hexe Luisa in den Kreis um mit dem Ritual zu Ehren der großen Göttin Demeter zu beginnen. An diesem Abend wird ein wichtiges Fest im Hexenglauben gefeiert: Beltane. An diesem Tag wird die Fruchtbarkeit der Göttin und somit der Mutter Erde gefeiert. Hexer Maran ruft die Elemente und ihre Wächter zum Schutz der Gruppe an, während Luisa der Göttin die Opfer darbringt: Eine Schale mit Erdbeeren und „Hexenwein“. Auch die Anwesenden opfern der Erde einen Schluck des roten Getränks in ihren Bechern und Kelchen. Das besondere Ritual an Beltane ist der Sprung über das Feuer, um das Alte zurückzulassen und in einen neuen Lebensabschnitt zu springen. Leicht abgewandelt schreiten die versammelten Hexen und Hexer zwischen zwei lodernden Feuertöpfen hindurch und verbrennen kleine Wunschzettel mit Dingen, die sie in der Vergangenheit zurücklassen möchten. Von Anne Bünnig

Schon ihr ganzes Leben beschäftigt sich Luisa mit der Naturreligion und dem Hexesein. „Die meisten Menschen assoziieren Hexe mit etwas Negativem“, sagt sie und betont, dass dies jedoch Irrglaube ist. Hexen bringen keine Menschenopfer, sie haben sich nicht mit dem Teufel verbündet, im Gegenteil: Eine böse Macht wie den Teufel gibt es für die Hexen nicht. Stattdessen ehren sie die Göttin Demeter als große Mutter, als Mutter Erde, die in allen Lebewesen steckt. Hexer Maran folgt einer langen Linie von Hexen in seinem Stammbaum. Bereits seine Urgroßmutter hat sich mit dem „alten Weg“ beschäftigt, die Wirkung von Kräutern gekannt und das Kartenlegen beherrscht. Er ist ganz in Schwarz gekleidet, um seinen Hals liegen viele Amulette und wie ein Pentagramm. „Das aufrecht stehende Pentagramm ist das Zeichen für die fünf Elemente, Wasser, Feuer, Erde, Luft und Geist“, erklärt er und merkt an, dass es sich um ein Schutzsymbol handelt. Es ist von dem satanischen Pentagramm zu unterscheiden, das mit der Spitze nach unten getragen wird.

Für beide ist das Hexesein eine Lebensphilosophie, eine Art ihr persönliches Leben zu gestalten und es zu lieben mit allem was dazu gehört.

Quelle: RP
 
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